Bruce Springsteen
Working On A Dream
Working On A Dream
| CDstarts.de: | 6.5/10 |
| Leser: | |
| VÖ: | 23.01.2009 |
| Genre: | Rock |
| Spieldauer: | 52 Minuten |
| Studio: | Columbia/SonyBMG |
Das letzte Studioalbum („Magic”, 09/2007) deutete es bereits an: Der Sound von Bruce Springsteen durchläuft wieder mal eine Veränderung. Nach den Anfängen als Singer/Songwriter in den 70er Jahren, dem Stadionrock in den 80ern, der Folk-Phase in den späten 90ern und der Rückkehr zum Rock unter dem Einfluss der 9/11-Terroranschläge, folgt der Boss nun dem Ruf des Pop! Das geschieht freilich nicht so radikal, wie es sich auf dem Papier liest, denn einen Bruce-Springsteen-Song wird der Hörer immer als solchen erkennen. Doch der auf „Magic“ eingeschlagene Weg wird auf „Working On A Dream“, dem mittlerweile 24. Springsteen-Album fortgesetzt.
„Gegen Ende der Aufnahmen zu ‘Magic’ war ich so begeistert von der Rückkehr zur Pop-Produktion, dass ich einfach weiter Songs schrieb. Als mein Freund, Produzent Brendan O’Brien, die neuen Lieder hörte, sagte er ‚Lass uns weitermachen’. Und genau das taten wir dann auch im Verlauf des folgenden Jahres. Alle Songs wurden sehr schnell geschrieben, meistens verwendeten wir den ersten Take und es war von Anfang bis Ende ein Wahnsinnsspaß“. Und das hört man den 13 Songs des Albums auch an. Oder kann sich jemand vorstellen, dass sich der Boss früher an den Harmonien eines Kirmes-Schlagers wie „I was made for loving you“ von Kiss vergriffen hätte, um sie in einem seiner Songs einzubauen? Eben! Dieser kleine Gag wird gleich am Anfang, in dem filmreifen 8-Minuten-Opener „Outlaw Pete” versteckt – und führt den erstaunten Hörer doch erst mal auf die falsche Fährte.
Mit „Working On A Dream“, das kurz nach der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Barack Obama erscheint, verfolgt der Boss (natürlich) wieder ein ganz besonderes Ziel: Es ist sein Beitrag zur „Yes, we can!“-Stimmung der Nach-Bush-Ära, es soll positives Denken und Aufbruchsstimmung vermitteln. Deshalb musste es auch schnell gehen mit dem Songschreiben, der Vorproduktionen und den Aufnahmen. Es gab keine Zeit zu verlieren – und auch das merkt man den Songs an. Es ist diesmal nämlich nicht alles auf dem von Bruce-Springsteen-Alben gewohnten Ausnahmeniveau. Dazu geht es vor allem im Album-Mittelteil zu seicht zur Sache, wo Songs wie „This life“, „What love can do“, „Queen of the supermarket“ und ausgerechnet der Titeltrack „Working on a dream“ den hohen Ansprüche nur mit Mühe gerecht werden. Außerdem übertreiben es O’Brien und Springsteen an einigen Stellen mit schmalzigen Streichern („Kingdom of days“, „Surprise, surprise“). Da hören wir lieber klassische E-Street-Rocker („My lucky day“), räudige Blues-Stomper („Good eye“), entspannte Singalongs („Tomorrow never knows“) und besagten Opener „Outlaw Pete“, der sich als bester Song des gesamten Albums herausstellt.
Wer ein Arbeitstempo wie Bruce Springsteen in der vergangenen Jahren an den Tag legt, muss damit rechnen, dass auch mal ein nicht so zwingendes Album dabei herauskommt. Zwar ist „Working On A Dream“ meilenweit davon entfernt ein schlechtes Werk zu sein, doch mit den eigenen Großtaten kann es nur bedingt mithalten.
Anspieltipps:
- Good eye
- Outlaw Pete
- The wrestler
- My lucky day
- The last carnival
Autor: Matthias Reichel
Leserkritiken
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Vince: der Name machts Wenn's ein anderer Sänger wäre, müsste ich zugeben, dass das Album nicht schlecht aber auch nicht der Rede wert ist. Wahrscheinlich ist man als Fan voreingenommen, aber ich muss sagen, dass Bruce einfach keine schlechte CD machen kann - wieso? weil es eben Springsteen ist - das ist die halbe Miete.Die cdstarts Kritik sagt es ziemlich treffend: es sind einfach teils zu lasche Songs (zu den genannten würde ich auch noch Surprise Surprise... |
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