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Asian Kung-Fu Generation
Surf Bungaku Kamakura
Coverbild: Asian Kung-Fu Generation  - Surf Bungaku Kamakura
CDstarts.de:6/10
Leser:
4.2 / 10
4.2 / 10
VÖ:07.11.2008
Genre:J-Rock
Spieldauer:32 Minuten
Label:Gan Shin/UNIVERSAL


Irgendwann ist aber auch gut… denkste! Nachdem dieses Jahr bereits das neue Album „World World World“ und die EP „Mada Minu Ashita Ni“ erschienen sind, komplettiert sich die Sammlung des Jahres 2008 für AKFG-Fans erst mit der B-Seiten-Sammlung „Surf Bungaku Kamakura“. Konnte man schon der EP ihre Qualität nicht absprechen, ist man auch dieses Mal gespannt, ob hier Qualität geliefert wird oder ob es sich nur noch um Abzocke handelt und natürlich, ob man sich Sorgen machen muss, dass von der Band länger nichts mehr zu hören sein wird. Auf die letzte Frage weiß niemand so genau Antwort, der Rest kann behandelt werden.

Dass es sich nicht um ein richtiges Album handelt zeigt schon die Länge von gerade mal 32 Minuten auf zehn Titel verteilt. Das kommt zwar bei vielen Bands als Album hin, ist für Gotoh und Co. aber untypisch kurz und außerdem ist „Kugenuma Surf“ schon einmal als B-Seite erschienen. Daher kann man mit gelockerten Zügeln an dieses Album herangehen, denn Konzept und Komplexität der Lieder beschränken sich dementsprechend. Im Vordergrund steht bei dieser Zusammenstellung aber sowieso der Spaß. Das wird gleich mit „Fujisawa Loser“ deutlich. Nichts mehr mit Aufbau zur großen Nummer. Der Titel startet von vornherein durch und kennt keine Bremse und auch keine großen Steigungen. Er verspricht einfach nur knappe drei Minuten Spaß und jede Menge Rock’n’Roll. „Kugenuma Surf“ ist dann eine Spur zu sehr Garage geworden und schreckt teilweise ab, wartet dafür mit einem Finale auf, das vieles wieder gut macht.

Auch das schnelle „Enoshima Escar“ und das Mid-Tempo-Stück „Koshigoe Cry Baby“ halten sich an einer kleinen, feinen Melodie auf und lassen die Gitarren schön kratzig klingen. Die Schienen sind gelegt. Hier werden keine Hits, keine ganzen Werke abgespielt, sondern kleine Ideen für Zwischendurch. Da passt es, dass die Lieder nach Stationen einer Bahnlinie benannt sind. Von Station zu Station ein Lied, das den Hintergrund versüßt, aber nur diesen und nicht wirklich im Vordergrund bezaubert. Auch das traumhafte „Shichirigahama Skywalk“, welches Abwechslung durch Gotohs tiefen Gesang mit sich bringt, ist kein Meisterwerk. Sicher ein starker Song, der fast an Albumqualität herankommt, doch es wird zu sehr auf einer Stimmung beharrt. Das genaue Gegenteil dazu und doch ein Spiegelbild ist „Inamuragasaki Jane“, das der klar schnellste Titel der CD ist und mit einem Gitarrensolo, das wieder an die Wurzeln des Rock erinnert, sich selbst feiert und den Hörer dazu einladen möchte.

Der schlichte Grund warum dieses Album nicht mehr als solide ist, ist schlicht seine Schlichtheit. Hübsche Ansätze verlieren sich im Nichts und spielen so ein wenig vor sich her. Will man es übertreiben, hat man es mit teilweise mit Fahrstuhlmusik der Extraklasse zu tun. Die Spannungskurve wird nur selten ausgereizt und ein Lächeln auf den Lippen der Hörer scheint der Band schon genug. Umso mehr überrascht „Hase Suns“, denn es klingt doch tatsächlich wieder wie etwas, das es auf ein richtiges Album hätte schaffen können. Bridge, Spannung, alles dabei. Die zweite, bereits bekannte B-Seite „Yuigahama Kite“ orientiert sich stark an der vorigen B-Seite und klingt phasenweise beinahe unkoordiniert, durch einen überraschenden, rauen Brake und ein Ende, das diesem Fun-Album gerecht wird, bleibt diese Nummer eine der stärkeren.

Der Rausschmeißer wird dann durch die Akustikballade „Kamakura Goodbye“ gebildet und die weiß wieder richtig zu gefallen. Kein Problem für dieses Lied einen hinter dem Ofen vorzulocken. Zu schön sind die Melodien, zu neu dieses ruhige Element auf dem Album. Alles in allem ist es ein bittersüßer Nachgeschmack, den das Album hinterlässt. Zu viele Tracks haben ihr Potential nicht ausgeschöpft und doch sind da diese Nummern, die einen zum Träumen und Schwelgen bringen. Als netter Zeitvertreib bis zum nächsten Album ist „Surf Bungaku Kamakura“ aufgrund der besseren Nummern zumindest teilweise gelungen, auch wenn die „Mada Minu Ahita Ni“ und „World World World“ den Weg in die Hi-Fi-Anlage öfter finden werden… und da sind ja auch noch die alten Alben.


Anspieltipps:

  • Fujisawa Loser
  • Kamakura Goodbye
  • Inamuragasaki Jane

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Playlist

1.  Fujisawa Loser
2.  Kugenuma Surf
3.  Enoshima Escar
4.  Koshigoe Cry Baby
5.  Shichirigahama Skywalk
6.  Inamuragasaki Jane
7.  Gokurakuji Heartbreak
8.  Hase Suns
9.  Yuigahama Kite
10.  Kamakura Goodbye
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