P!nk
Funhouse: The Tour Edition
Funhouse: The Tour Edition
| CDstarts.de: | 6.5/10 |
| Leser: | |
| VÖ: | 23.10.2009 |
| Genre: | Pop |
| Spieldauer: | 49 Minuten |
| Label: | RCA/Sony Music |
„Funhouse“ ist das bis dato erfolgreichste P!nk-Album in Deutschland. Rund 800.000 Exemplare gingen seit der Veröffentlichung im Oktober 2008 über die Ladentheken. Das ehrgeizige Ziel der Plattenfirma lautet nun, die 1-Millionen-Einheiten-Marke zu knacken. Dazu wurde das Werk für das Weihnachtsgeschäft nochmals aufgepeppt, obwohl es bereits eine zusätzliche limitierte Auflage gibt, die noch längst nicht ausverkauft ist.
Als sogenannte „Tour Edition“ erhielt das Album eine zusätzliche DVD mit den hinreichend bekannten Videoclips zu den ausgekoppelten Songs „Sober“, „So what“, „Funhouse“ und „Please don’t leave me“ und Impressionen der parallel veröffentlichten Live-CD/DVD „Live In Australia“. Dieses Produkt ist im Vergleich sicher die bessere Kaufentscheidung, hätte man nicht den Bonus Track der Erstausgabe („This is how it goes down“) gegen einen neuen ausgetauscht („Push you away“). Solche Praktiken verursachen bei den Fans, die alles von ihren Lieblingen im Regal stehen haben wollen, Schüttelfrost.
Aber so ist das nun mal. Für die Chartauswertung dürfen die Verkäufe sämtlicher Editionen (einschließlich der Live-CD/DVD) zusammengezählt werden, so dass wohl schon bald die ersehnte Millionengrenze geknackt sein dürfte.
Hier die ursprüngliche Album-Besprechung: Nein, da gibt es kein großes Vertun: Mit „So what“ hat P!nk eine der großartigsten Singles des Jahres gelandet, wodurch allerdings die Erwatungshaltung an ihr neues Studioalbum, „Funhouse“, fast schon in undankbare Dimensionen vorstößt. Denn selten zuvor hatte jemand in einem Popsong so mitreißend und direkt mit einer gescheiterten Beziehung abgerechnet, wie Alecia Moore alias P!nk es hier mit Ex-Mann Carey Hart tat. Dass am Ende doch nicht alles in Butter ist, wie in dem Song beschrieben („So... so what! I’m still a rock star. I got my rock moves and I don’t need you. And guess what? I’m having more fun… I’m alright, I’m just fine”), macht letztlich das Album deutlich. Darauf geht es ungleich ruhiger und nachdenklicher zu, als „So what“ suggeriert.
Ohne Hit-Produzentin und Songwriterin Linda Perry geht P!nk diesmal an den Start. Sie fungiert als Executive Producer und vertraut weitgehend auf die Künste von Max Martin (u.a. Bon Jovi, Britney Spears, Simple Plan, Kelly Clarkson), der auch schon an vorherigen P!nk-Produktionen beteiligt war, jetzt aber einen stärkeren Einfluss ausübt. Doch Sorgen muss man sich keine machen. Seichter Teen-Pop á la Britney Spears oder Bubblegum-Rock in Kooperation mit Bon Jovi, wird dem Hörer auf „Funhouse“ nicht kredenzt. Es gibt zwar hier und da ein bisschen Verschnitt („This is how it goes down“, „Bad influence“), doch sämtliche Songs sind von einer grundlegenden Reife durchzogen, die keine Gedanken an eine Fast-Food-Produktion aufkommen lassen.
Das Interessante an „Funhouse“ ist, wie P!nk ihren Herzschmerz behandelt, ohne wie in „So what“ auf die Pauke zu hauen. Dies geschieht in Songs wie „I don’t believe you”, „Glitter in the air“ und „Mean” ganz prächtig, weil sich zu den persönlichen Texten und allem Pathos immer eine schöne Melodie gesellt, die auch schon einen durchschaubaren Titel wie „Dear Mr. President“ mehr als erträglich gemacht hat. Experimentiert wird dagegen bei „One foot wrong“, in dem sich groovende Bässe, Streicher und fette Bläserriffs ein Stelldichein geben, sowie im Titeltrack, der zusammen mit dem No-Doubt-Bassisten Tony Kanal entstanden ist und als Funk-Rocker im Maroon-5-Stil aus den Boxen pumpt.
„Funhouse“ führt die auf „I’m Not Dead“ eingeschlagene Qualität auf hohem Niveau weiter und sichert sich damit unter den bisherigen fünf P!nk-Alben einen ungefährdeten dritten Platz nach „Missundaztood“ (01/2002) und besagtem „I’m Not Dead“ (03/2006). Die Balance zwischen Weiterentwicklung und klassischem „Fanfutter“ ist geglückt.
Anspieltipps:
- Mean
- So what
- Funhouse
- I don’t believe you
- Please don’t leave me
Autor: Matthias Reichel
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