Band: Fettes Brot
Album:Fettes
Genre:HipHop/Rap
Laufzeit:61 Minuten
Label:Fettes Brot Schallplatten/INDIGO
VÖ:26.02.2010
10/10 Punkte 9/10 Punkte 8/10 Punkte 7/10 Punkte 6/10 Punkte 5/10 Punkte 4/10 Punkte 3/10 Punkte 2/10 Punkte 1/10 Punkte
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Kritik

Mit ihrem „Strom und Drang”-Album im Gepäck, ging es für das HipHop-Trio Fettes Brot zusammen mit acht Begleitmusikern auf Tour durch Deutschland. Für die Nachwelt aufbereitet, sprangen dabei 31 Tracks heraus, die zwischen 2008 und 2009 u.a. in Hamburg, Münster, Rostock, Oldenburg, Bremen sowie auf den Hurricane und Haldern Pop Festivals aufgenommen wurden und jetzt in fast schon größenwahnsinniger „Guns ’N Roses“-Manier gleichzeitig auf zwei parallel erscheinenden Live-Alben namens „Fettes“ (das blaue Album) und „Brot“ (das orangefarbene Album) veröffentlicht werden. Puh!

Die Pinneberger MCs Dokter Renz (Martin Vandreier), König Boris (Boris Lauterbach) und Björn Beton (Björn Warns) präsentieren auf „Fettes“ und „Brot“ einen mitreißenden Querschnitt aus 15 Karrierejahren, an dem sich ihre Entwicklung von der Schülerband mit betont humorvollen Texten („Jein“) zu einer erwachsenen Gruppe mit Aussage ablesen lässt („Automatikpistole“, „Kontrolle“). Dass den Wahl-Hamburgern der Humor dabei nicht abhanden gekommen ist, zeigen ihre wunderbar charmanten Ansagen und die kleinen Scharmützel zwischen den Songs, die sich aus Singlehits wie „Emanuela“, „Schwule Mädchen“ und „Nordisch by Nature“, selten gespielten Fan-Favoriten und potenziellen Klassikern der Marke „Der beste Rapper Deutschlands ist offensichtlich ich“ und „Bettina, zieh dir bitte etwas an“ zusammensetzen.

Dem Hörspaß kommt außerdem zugute, dass Fettes Brot auf eine perfekt eingespielte Band bauen können, die den Songs mit Gitarren, handgespieltem Bass und Bläsern einen erdigen Touch verleihen, durch den sich die Brote anno 2010 nicht mehr als reine HipHop-Band kategorisieren lassen. Hört man z.B. die Bläser in „Bettina Superpunk“, könnte es sich auch um eine Funk-Combo handeln und bei „Trotzdem“ könnte man sogar eine Ska-Punk-Band auf der Bühne vermuten. Garniert mit dem „1 € Blue$“, dem schönen Cover von „The Joker“ der Steve Miller Band („The Grosser“) und dem vom Singlemarkt verbannten „Nordisch by Nature“ legen Fettes Brot ein Live-Doppelpack vor, das aus Kostengründen sicher nicht zwingend in Form von zwei getrennten Alben hätte vermarktet werden müssen, aber qualitativ weit entfernt von einer unmotivierten Zwischendurchveröffentlichung ist.


Anspieltipps:

  • Jein
  • Amsterdam
  • Automatikpistole
  • Hamburg calling
  • Ich lass dich nicht los
  • Was in der Zeitung steht
  • Matthias Reichel

    Gastkritiken

    Bisher sind keine Gastkritiken vorhanden

    Playlist

    CD 1
    1. Jein
    2. Schieb es auf die Brote
    3. Was in der Zeitung steht
    4. Ich bin müde
    5. Erdbeben
    6. Hamburg calling
    7. Der beste Rapper ist offensichtlich ich
    8. Amsterdam
    9. Da draussen
    10. Ich lass dich nicht los
    11. An Tagen wie diesen
    12. Automatikpistole
    13. Falsche Entscheidung
    14. Lieber verbrennen als erfrieren
    15. Schwule Mädchen