Paul McCartney
Kisses On The Bottom
Kisses On The Bottom
| CDstarts.de: | 5/10 |
| Leser: | |
| VÖ: | 03.02.2012 |
| Genre: | Pop |
| Spieldauer: | 48 Minuten |
| Label: | Concord/UNIVERSAL |
Im betagten Alter von fast 70 Jahren legt Ex-Beatle Paul McCartney weiterhin eine schier unheimliche Arbeitswut an den Tag und lässt dem vor gerade einmal fünf Monaten erschienenen Klassik-Werk „Ocean’s Kingdom” (09/2011) mit „Kisses On The Bottom“ bereits das nächste Album folgen. Auch darauf wagt Paul McCartney wieder einen Ausflug in scheinbar fremde musikalische Welten fernab der Popmusik, nämlich zu solchen Songs, mit denen Klein-Paule in den 50er Jahren aufwuchs und die sein späteres Kompositionstalent beeinflusst haben. Und damit willkommen in der Welt des Jazz, Blues und Swing!
„Kisses On The Bottom“ entstand im Laufe des Jahres 2011 in Aufnahmetempeln in Los Angeles (Capitol Studios), New York (Avatar Studios) und London (Abbey Road Studios). Für die Aufnahmen holte sich Paul McCartney prominente Genre-Unterstützung mit dem 75jährigen Produzenten Tommy LiPuma (Al Jarreau, Miles Davis, Natalie Cole, Barbra Streisand) sowie der Jazzpianistin Diana Krall (47) und ihrer Band. Als Gäste begrüßt McCartney zudem Eric Clapton (Gitarre) und Stevie Wonder (Mundharmonika), die auf den einzigen beiden Eigenkompositionen „My Valentine“ und „Only our hearts“ zu hören sind. Die übrigen 12 Songs sind ausgewählte Coverversionen amerikanischer Komponisten wie Irving Berlin, Harold Arlen, Cole Porter und Frank Loesser.
Aufgenommen wurde von den hochkarätigen Musikern live im Studio. Doch wer das Booklet von „Kisses On The Bottom“ studiert, wird feststellen, dass Paul McCartney zum ersten Mal in seiner Karriere ausschließlich singt und kein einziges Instrument bedient. Und hier beginnt auch die Problematik dieses Albums: McCartneys deutlich schwächer gewordene Stimme passt nicht wirklich gut zu den Songs und ihren jazzig-swingenden Strukturen. Sie klingt betont weichgespült und wurde im Studio eventuell sogar nachbearbeitet.
Darüber hinaus ist die Songauswahl zu seicht und auf Dauer ermüdend. Da können die beteiligten Musiker noch so gut sein – Langeweile können auch sie nicht verhindern. So plätschert das Werk bereits nach wenigen Songs ereignisarm vor sich hin, was wirklich schade ist, denn einen Fehler hat Paul McCartney nicht begangen: Er hat sich nicht die üblichen Verdächtigen des Genres herausgepickt, sondern durchaus Obskuritäten. Nur fehlt dem Ganzen der letzte Pfiff, der aus diesem doch sehr privaten Werk ein spritziges Feuerwerk hätte werden lassen können.
Anspieltipps:
- My Valentine
- Ac-cent-tchu-ate the positive
- I’m gonna sit right down and write myself a letter
Autor: Matthias Reichel
Leserkritiken
Mehr Paul McCartney
![]() |
Wings Over America (Deluxe Edition)
2013
Das erste und einzige Wings-Live-Album als digital aufgefrischter Re-Release. |
![]() |
RAM (Deluxe Edition)
2012
Nachschub aus der Re-Issue-Reihe von Onkel Paul: Diesmal Soloalbum Nummer zwei. |
![]() |
The Love We Make
2011
Alles in allem wirkt der Film wie ein Making-Of, das als Bonus irgendwo auf der Konzertaufnahme hätte Platz finden können. Für seine 90 Minuten Länge ist das ein viel zu langweiliges Dokument, was... |
![]() |
Ocean´s Kingdom
2011
Von sachter Romantik über verspielte, fast schon chaotisch komödiantische Momente bis zu wunderschön gelungenen Crescendi und Wechseln. Paul McCartney mischt die epische Größe von Filmmusik mit... |
![]() |
McCartney I (Deluxe Edition)
2011
Das gab den John-Lennon-Verehrern, die Paul McCartney eher als kompositorisches Leichtgewicht ansahen, natürlich eine Steilvorlage. Doch mit „McCartney I“ wollte sich der Liverpooler bewusst vom... |
![]() |
McCartney II (Deluxe Edition)
2011
Hier hatte jemand offenbar zuviel Krautrock á la Tangerine Dream, 108172,Can, Kraftwerk oder auch Neu! gehört, aber nicht verstanden wie dieser funktioniert. Denn auch weitere Versuche in diese... |
![]() |
Good Evening New York City
2009
Wären alle Live-Veröffentlichungen aus dem Hause Paul McCartney auf diesem Niveau, müsste man nicht jedes Mal erschrocken fragen: „Was, schon wieder eine neue Live-CD/DVD?“. Andersherum wäre dies... |
![]() |
The McCartney Years
2007
Ein ganz fleißiger DVD-Veröffentlicher ist Ex-Beatle Paul McCartney, der pro Jahr mindestens einen neuen Silberling für das Heimkino auffährt. Nach den hochwertigen Produktionen „In Red Square: A... |
![]() |
Memory Almost Full
2007
Das ergibt unterm Strich ein knackig-kompaktes Popalbum, auf dem Paul McCartney wie von einer Zentnerlast befreit singt und musiziert und alles andere als altbacken klingt. Damit hat Macca den... |
![]() |
The Space Within Us
2006
Gerade durch die viel zu schnellen Schnitte und durch das Einfangen von dem pathetisch agierenden Publikum wird die Atmosphäre nicht gut genug eingefangen. So kann man als Fan wohl eine gute... |
![]() |
Chaos And Creation In The Backyard
2005
Godrich hat auf diese Weise ein sehr intimes und zurückgenommen klingendes Werk aus dem Meister herausgekitzelt, das überhaupt nichts mit den Bombastproduktionen vergangener McCartney-Alben zu tun... |
![]() |
In Red Square
2005
Bei beiden Konzerten kann man ein ausgelassenes Publikum erleben, das von ganz jung bis ganz alt zu den Songs tanzt und textsicher mitsingt. Es wirkt zwar auf Dauer etwas störend, dass das Konzert... |
![]() |
Back In The U.S.
2002
|














