Paleo - Fruit Of The Spirit - CD und MP3s - Kritiken, Berichte, Videos und Infos

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Paleo
Fruit Of The Spirit
Coverbild: Paleo  - Fruit Of The Spirit
CDstarts.de:8/10
Leser:
7 / 10
7 / 10
VÖ:11.05.2012
Genre:Folk
Spieldauer:45 Minuten
Label:Devilduck/INDIGO
Schräg, windschief und vernuschelt: Großartiger DIY-Folk!

David Strackany ist Paleo, ein Amerikaner, der bereits die Alben “Misery, Missouri” (2005) und “A View Of The Sky” (2010) im Alleingang aufgenommen hat. Sein drittes Album „Fruit Of The Spirit“ erscheint nun auf dem Label DevilDuck offiziell in Europa und hat gegenüber der Import-Version zwei Songs mehr zu bieten. Aufgewachsen ist Paleo in Elgin, Illinois. Er studierte Kunst und Englisch, hat jede Menge Drogen ausprobiert und sich schließlich ganz der Musik verschrieben. Sechs Jahre war er auf Tour, wohnte in seinem Auto und hat an die 700 Shows absolviert. 2006 erreichte er durch die verrückte Idee 365 Songs in einem Jahr zu schreiben einen gewissen Bekanntheitsgrad. Zudem arbeitete er mit Okkervil, River an einem Soundtrack, produzierte das Debüt von These United States, wo er außerdem als Multiinstrumentalist mitwirkte.

Inzwischen ist Paleo 31 Jahre alt, lebt in Iowa City und wird mit „Fruit Of The Spirit“ zur Entdeckung auf dem europäischen Markt freigegeben. David Strackany ist alles andere als ein klassischer Singer / Songwriter, vielmehr ein Lo-Fi-Künstler, der sich für das aktuelle Album zum ersten Mal Begleitmusiker ins Studio geholt, jedoch nach wie vor seinen windschiefen DIY-Stil beibehalten hat.

Beim ersten Durchlauf wird sofort die ungewöhnliche Stimme des Amerikaners wahrgenommen, Paleo singt wie eine kauzige Kreuzung aus Alec Ounsworth von Clap Your Hands Say Yeah und Daniel Johnston, er nuschelt, quengelt und nölt, dass es eine wahre Freude ist, sofern man etwas für sogenannte Nicht-Stimmen übrig hat. Aufgenommen wurde das Ganze in einem dreitägigen „Creative Blitzkrieg“, bei dem Paleo und seine Begleiter in die Vollen gegangen sind. Vor allem rhythmisch wurde Paleos Output in ein anderes klangliches Gewand überführt. Ein immer wiederkehrendes Pochen und Trommeln begleitet Paleos Stimme, zudem quietscht und pumpt eine Orgel wie z.B. auf „Over The Hill And Back Again“ oder es patscht und klatscht wie auf dem eingängigen „Holly Would“. Andernfalls gibt es reduzierte, im Tempo zurückgenommene Songs, die nur mit Gesang, Piano, Gitarre und Rasseln auskommen, das todtraurige „Pharaoh“ legt hiervon Zeugnis ab. Mit ähnlich reduzierten Stilmitteln kommt auch das in sich gekehrte „Favorite Places“ daher.

Gelegentlich arbeitet Paleo mit überraschenden Tempi Wechseln, abrupten Songabbrüchen und unmelodischen Parts. Dabei gelingt es ihm diese freigeistigen Elemente immer in die Songs zu integrieren, es wird also keine Kunst um der Kunst willen fabriziert. Im Gegenteil, „The Fruit Of The Spirit“ berührt auf ganz eigentümliche Art, weckt naiv-kindliche Emotionen genauso wie die mitten ins Herz treffenden. Was die Machart betrifft, ist da manchmal der frühe Vic Chesnutt nicht weit, ebenso Jeffrey Lewis und natürlich der bereits erwähnte Daniel Johnston. Selbst eine ferne Linie zurück bis in die 1960er lässt sich ziehen zu Bands wie The Holy Modal Rounders und The Fugs. Nichtsdestotrotz hat Paleo seinen eigenen Stil längst entwickelt und dürfte auch außerhalb der Anti-, Freak-, Weird- und Acid-Folk-Szene Gehör finden, denn selbst der Spirit so leckerer Früchte wie Violent Femmes und Jonathan Richmann sind auszumachen. Toller Typ dieser Paleo! Demnächst auch live in deinem Indie-Club, watch out!


Anspieltipps:

  • Over The Hill And Back Again
  • Pharaoh
  • Holly Would
  • Poet
  • The Deal

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Playlist

1.  Lighthouse
2.  Over The Hill And Back Again
3.  Pharaoh
4.  The Rager
5.  Poet
6.  Favorite Places
7.  Holly Would
8.  Buddy Buddy
9.  Honey Be Reckless
10.  In The Movies
11.  Poet
12.  The Deal
13.  Me And Mabelene
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