Robert Glasper - Black Radio - Cover
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Robert GlasperBlack Radio


  • Label: Blue Note/EMI
  • Laufzeit: 73 Minuten
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10 1 7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Robert Glasper ist das Bindeglied zwischen den vielen verschiedenen Stilen und sorgt für eine innere Harmonie.

Shafiq Husayn, Erykah Badu, Lalah Hathaway, Lupe Fiasco, Bilal, Ledisi, KING, Musiq Soulchild, Chrisette Michele, Meshell Ndegeocello, Stokley Williams, Mos Def und Hindi Zahra. Wer behauptet, dass das Projekt „Black Radio“ von Robert Glasper ist, der würde all diese Namen unterschlagen. Um der Illusion einer Black-Music-Soundscape nahe zu kommen, hat der Jazz-Fusion-Pianist all diese Künstler um sich versammelt, um ein – aus seiner Sicht – authentisches Musikerlebnis aus der schwarzen Szene zu kreieren.

All diese Künstler dürfen sich stimmlich in der netten Idee des Mikrofon-Checks im Opener präsentieren. Das ist eine schöne Einleitung zu R&B, Soul und Funk. Ganz im Gegensatz zum ersten Teil des Intros, der auf altbackene Weise zum „Lift Off“ bittet. Genau diese Selbstinszenierung ohne echten musikalischen Mehrwert darf man schließlich bis heute kritisch betrachten. Ist diese Nummer allerdings überstanden, beginnt ein flexibles Klangabenteuer, welches den Jazz als Zentrum für Ausflüge in alle Ecken der Black-Music nutzt.

Von lässigen Soul-Nummern („Afro Blue“), geht es nahtlos in R&B („Cherish The Day“) über, um im Anschluss dem Hip-Hop zu frönen („Always Shine“). Was den Hörgenuss dabei ganz besonders steuert, ist das stets präsente Klavierspiel Glaspers. Der Pianist ist das Bindeglied zwischen den vielen verschiedenen Stilen und sorgt für eine innere Harmonie, welche die Lieder in ihrer Stimmung und Klangfarbe angleicht. Wer sich noch nie mit Jazz anfreunden konnte, dem wird diese dauerhafte Note wahrscheinlich sauer aufstoßen.

Dem Jazz entsprechend darf man auch keine Übersingles erwarten, sondern vielmehr eine soulige, romantisch emotionale Reise. Auch die Hip-Hop-Anteile, zum Beispiel in Form des Titeltracks, fügen sich der eleganten Stimmung des Albums ohne viel Aufsehen zu erregen. Nach 73 Minuten gibt es allerdings auf Seiten des Hörers ab und zu den Wunsch nach etwas mehr. Wer sich mit der bloßen, sehr authentischen Stimmung ohne peinliche Aussetzer und übertriebene Abgrenzung einer Kultur genießen kann, der kann sich auf eine auditive Dauermassage für die Ohren freuen.

Anspieltipps:

  • Black Radio
  • Afro Blue
  • Cherish The Day

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