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Die Ärzte
Runter Mit Den Spendierhosen, Unsichtbarer!
Coverbild:  - Runter Mit Den Spendierhosen, Unsichtbarer!
CDstarts.de:8/10
Leser:
5.7 / 10
5.7 / 10
VÖ:23.10.2000
Genre:Rock
Spieldauer:60 Minuten
Label:Hot Action/UNIVERSAL


Was "die ärzte" dem gemeinen Volk der Deutschen im Laufe ihrer Geschichte schon alles angetan haben, sucht seinesgleichen. Über Konzeptalben über Bartwuchs und Frisur, Schäferhunde und Omaboys war bisher alles dabei, was feuchtöhrigen Schulbuben so durch den Kopf zu huschen weiß. Was ist dann bei einem Albumtitel wie "Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer" zu erwarten? Eigentlich nicht viel mehr als ein weiteres, archetypisches ärzte-Album, in dem sie der geneigten Hörerschaft ihren ganz speziellen Humor vor die Füße onanieren.

Und so behandelt das neue "die ärzte" - Werk ein weiteres Mal ach so existenziell wichtige Themata wie vorzeitigen Samenerguss, Vegetarismus und Yoko Ono. Farin Urlaub will seine Freundin mal wieder nicht so ganz verlassen, aber könnte sich eventuell vorstellen, dass er mal mit jemand anderes schlafen würden wollen könnte ("Gib Mir Zeit"). Rod Gonzalez schnüffelt im Totenreich herum und freut sich über seine neue Freundin (herrlich: "Leichenhalle" und "Kann es sein"). Und Bela B. Felsenheimer ist "der Rock 'n Roll Übermensch". Jede Menge Schwachsinn eben, den uns "die ärzte" hier wieder präsentieren. Was aber immer die Konstante im ärzte-Universum war, und das ist mal wieder absolut erfreulich: Die Texte zeichnen sich durch eine geniale Doppelbödigkeit aus und nehmen sich niemals ernst. Und Politisch-Gesellschaftskritisches kommt auch wieder nicht zu kurz. "Geld" verarbeitet auf scheinbar naive Weise die Profitgier, während "Ein Sommer nur für mich" auf erfrischend kindliche Art das omnipräsente Nazi-Problem angeht. So hat deutsche Popmusik mit Punkeinschlag heutzutage zu klingen und so schaffen es auch nur die ärzte.

Musikalisch ist das ganze wieder einmal vor Abwechslungsreichtum nur so strotzend. Hier ein paar Bläser, da ein bisschen Ska, heftiger Rock 'n Roll, Gothic, und manchmal sogar Punk. Zunächst mag das ganze einen ein wenig überfordern. Mit der Zeit - vorausgesetzt man bringt ein gewisses Maß an Toleranz für niveaulose Lyrik auf - wird man mit den Liedern warm werden und vor allem die aberwitzigen Texte - allen voran Farin Urlaubs - schätzen lernen. Ein schlichtes Meisterwerk ist beispielsweise "Onprangering", wo sich Urlaub darüber beschwert, dass ihm sein Genital wehtut. "Das prangere ich an - das stelle ich zur Diskussion" - die ärzte haben die Lacher wieder einmal auf ihrer Seite.

Unterm Strich ist "Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer" ein klassisches die ärzte - Album geworden, das eigentlich keine Wünsche offen lässt, aber Leuten, die sie sowieso nicht leiden können, wieder viel Stoff zum Lästern geben wird. Die Fans werden es über kurz oder lang lieben lernen.


Anspieltipps:

  • Leichenhalle
  • Kann es sein?
  • Onprangering

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