AFI - Sing The Sorrow - CD und MP3s - Kritiken, Berichte, Videos und Infos

CDstarts.de - Kritiken, Nachrichten und Konzerte - Dein Musikmagazin!
AFI
Sing The Sorrow
Coverbild:  AFI - Sing The Sorrow
CDstarts.de:5/10
Leser:
5.9 / 10
5.9 / 10
VÖ:28.04.2003
Genre:Rock
Spieldauer:44 Minuten
Label:Dreamworks/UNIVERSAL


Punk’s not dead, er riecht nur schlecht. Im Falle von AFI dürfte das möglicherweise wörtlich zutreffen. War man Anfang der 90er Jahre als Punk-Melodycore-Combo im Stile von Lagwagon oder NoFX gestartet, mutierte man mehr und mehr zu einer Art Sythese aus Goth Metal und Punk. Und schaut man sich die vier Amerikaner mal genau an, dann könnte man eventuell der Meinung nicht ganz abgeneigt sagt, dass hier einer nicht mehr so ganz frisch duftet. Auf ihren Bandphotos stieren sie mit einer derart lebensfeindlichen, blassen Visage in die Kamera, dass der Schluss, dass man es mit einer Punkcombo zu tun hat, eher fern liegt.

Auf den ersten Blick ist diese sechste CD von „A Fire Inside“, wie sich die Band ausgeschrieben nennt, auch alles andere als flockiger Melodycore. Der Opener „Miseria Cantare“ startet mit einem derart fett aufgetragenen Tru-Metal-Pathos, das einem förmlich die Spucke wegbleibt. Schon zu dieser Stelle fragt man sich, ob das hier denn alles so ernst gemeint ist, wie es scheint oder ob man sich nicht doch über einschlägige Kapellen wie „Manowar“ lustig machen will. Doch auch „The Leaving Song Pt.2“ geht diesen, beschreiben wir ihn mal wohlwollend als „gewagt“, Weg abgeschwächt weiter. Ein Schlagzeug, das klingt, als sei es durch einen unseligen Defibrilator aus den 80er Jahren in unsere ach so moderne Zeit transportiert worden. Gitarren, die sich nach Klischees anhören, die man längst begraben glaubte.

Wo ist der Punk geblieben? Muss man sich jetzt schon selbst verarschen, um „authentisch“ rüberzukommen? Abwarten, denn in „Bleed Black“ und „Silver and Cold“ lassen AFI erstmals ihre Wurzeln erahnen und liefern braven Sing-Along-Punk, der allerdings hier – erstmals halbwegs erträglich – mit düsterer Goth-Attitüde vermengt wurde. Mit „Death Of Seasons“ schießen die Amerikaner allerdings endgültig den Vogel ab. Hier brüllt sich Sänger Davey Havok in bester Joey-DeMaio-Manier die Seele aus dem Leib und meint das Ganze offensichtlich auch noch ernst. Hier muss man dann doch lächeln, auch wenn man sich insgeheim über diesen absoluten Totalausfall ärgert.

Gottlob toppen AFI diesen „Höhepunkt“ im verbleibenden Restprogramm nicht mehr, sondern produzieren hier (übrigens unter anderem mit Hilfe von Nirvana-Produzent Butch Vig, dem man den Vorwurf der Überproduktion durchaus machen kann) netten Rock mit Punk-Einschlag, der mal richtig hübsch ist wie in „The Leaving Song“ oder auch mal sehr durchschnittlich wie in „Paper Airplanes“ (letzeres kann sich leider wiederum nicht von dümmlichen Tru-Metal-Chören trennen). Den Abschluss bildet „...But Home Is Nowhere“, das einzige Stück auf dieser Platte, dem es gelingt, das Pathos nicht vollkommen hirnrissig und triefend zu transportieren.

Fazit: „Sing The Sorrow“ lässt zwar mehr als einmal wirklich gute Ansätze und auch ganze Lieder durchschimmern, die auf ein enormes Potential schließen lassen. Aber die Mischung, die AFI hier allen Ernstes anstreben, will einfach nicht aufgehen. Sich als Punkband dem Thema Metal derartig ironiefrei zu stellen, ist zwar mutig, in diesem Fall aber leider nicht wirklich gelungen.

Leserkritiken

Avatar Smee:
was spricht denn dagegen, dass eine band ihren stil ändert?? afi haben sich von album zu album weiterentwickelt. früher waren sie eine misfits cover-band. dann machten sie mal "skate-punk". später "punk". und jetzt haben sie sich und ihren stil wieder einmal verändert. ich finde, gerade das macht diese band so interessant, eben weil ihre alben so abwechslungsreich sind. in welches genre passt sing the sorrow? "emo-goth-punk-metal"?? ich weiss...
10 / 10
Avatar eXploit4D:
Also ich kann nicht verstehen wie man versucht Bands immer in eine Schublade zu stecken. Wenn man micht fragt, welches Genre AFI einzuordnen ist kann ich dies nicht wirklich beantworten. AFI beschrieben es selber mal als "Eastbay Hardcore" und ich denke so sollte man es auch stehen lassen. Ich weis das geschmäcker verschieden sind, jedoch haben AFI diese schlechte Kritik nicht verdient. Jedes Lied auf Sing The Sorrow ist ein Track für sich,...
10 / 10
Avatar Annika:
Habe zwar noch nicht in alle Songs hereingehört,muss/kann aber jetzt schon sagen das AFI Talent haben und mir ganz gut gefallen :-) Miseria Cantare z.B. oder The Leaving Song sind meine Favouriten,als ich AFI zum ersten Mal gehört habe,hab eich gemerkt,dass diese Band wieder ganz anders ist als viele anderen.DEr Sänger hat eine gewisse Austrahlung die mich auf irgendeiner Weise sehr beeindruckt hat.
10 / 10
Dein Name:
E-Mail:
E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt.
Bewertung:
Text:
Hinweis: Werde kostenlos Mitglied von CDstarts - Deine Kritiken werden sofort freigeschaltet!
Sicherheitsabfrage: captcha

Mehr AFI

mehr Crash Love
2009
Wie nur brüskiert man diese Art der Musik eigentlich? Wenn so viele Menschen in den USA und woanders sie lieben, sich nach ihren Protagonisten gemäß kleiden und zutiefst glauben, dies sei gelebte...
4 / 10
mehr I Heard A Voice: Live From Long Beach Arena
2007
mehr Decemberunderground
2006
Klar klingt „Decemberunderground“ etwas eingängiger und vor allem elektronischer als noch seine Vorgänger und erreicht mit Sicherheit nicht die Größe und Tragweite einer „Sing The Sorrow“. Hört...
7 / 10
Werbung

Externe Links

Neu auf CDstarts

Kanye West - Videopremiere mal anders
21.05. @17:03 in News
Alice In Chains - The Devil Put Dinosaurs Here
21.05. @16:26 in Kritiken
7.5 / 10
Ian Love und Jonah Matranga - Gemeinsames Album
21.05. @14:40 in News