Die Ärzte - 5,6,7,8: Bullenstaat! - CD und MP3s - Kritiken, Berichte, Videos und Infos

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Die Ärzte
5,6,7,8: Bullenstaat!
Coverbild:  - 5,6,7,8: Bullenstaat!
CDstarts.de:10/10
Leser:
6 / 10
6 / 10
VÖ:12.03.2001
Genre:Rock
Spieldauer:38 Minuten
Label:Eigenvertrieb


Weiber, Bier und Bullen – Die Ärzte und der „wahre“ Punkrock. Zu hören auf „5,6,7,8 - Bullenstaat!“ - So heißt das wohl unbekannteste aber keinesfalls schlechte Album von der „besten Band der Welt“ - Die Ärzte. Die Platte zur „Rauf auf die Bühne, Unsichtbarer!“-Tour aus dem Jahre 2001 ist exklusive nur auf den Shows von Die Ärzte am Merchandisestand oder beim Die Ärzte-Fanclub erhältlich. Die Berliner Fun-Punks präsentieren auf diesem Album insgesamt 34 vorher unveröffentlichte Songs und das bei einer Gesamtspieldauer von gerade mal 38 Minuten. Doch diese 38 Minuten haben es in sich: Typischer Die Ärzte-Humor und Nonsens-Texte in Perfektion und das alles zu einem musikalischen Mix aus Punk, Ska, Rockabilly und Elektro. Thematisch geht es um des Punkers liebste Dinge: Polizisten, Bier, Widerstand, Studentenmädchen und Rockabillys.

Mit einem Augenzwinkern wenden sich Die Ärzte auf diesem Album auch an all diejenigen, die sie immer als „Kommerzpunks“ mit „dummen Pop-Songs“ bezeichnet haben, da sie die zum Teil recht eintönigen Themen der Punkmusik der 80er Jahre gemieden haben, in denen es größtenteils um das deutsche System, die scheiß Bullen oder die gute alte Revolution ging, und lieber ihren eigenen Weg gegangen sind um ihren eigenen Stil zu kreieren und zu perfektionieren. Der Song „Bravopunk“ setzt das Ganze auf dem Album sehr schön in Szene. Um des Deutschen liebstes Getränk, dem Bier, geht es dann gleich in mehreren Songs: „Elektrobier“, „Hass auf Bier“, „Biergourmet“ oder „’tschuldigung Bier“ nehmen sich dem Thema an und nennen neben den Vorzügen auch die Schattenseiten – fette Pocken, Doppelkinn, dicker Bauch und zurückgehendes Zahnfleisch. Und wenn wir schon mal bei den Nachteilen des heutigen Essen und Trinkens sind, dann darf auch ein Song über den guten Fast Food Weltkonzern Mc Donalds nicht fehlen, getreu dem Motto: mampf mampf – Bauch voll, mampf mampf – Kopf leer („Mc Donalds“).

In fast jedem Song kommt der „Freund und Helfer“ eines jeden Deutschen zum Vorschein: Die Polizei. Da die Meinung von Punks über die Polizei jedoch allgemein bekannt sein dürfte, muss man über den Inhalt dieser Lieder auch nicht weiter ins Detail gehen. Auch der Widerstand und der gute alte Revolutionsgedanke kommen natürlich nicht zu kurz und werden bis nach Chile verfolgt („Widerstand“, „Chile 3“). Auf den ewigen „Krieg“ zwischen Punkern und Rockabillys gehen die Songs „Rockabilly War“ und „Rockabilly Peace“ ein und lüften ganz nebenbei auch ein gut behütetes Geheimnis. Und dass die auf den ersten Blick nicht gerade sexy anzusehenden Studentenmädchen in Wirklichkeit die Hormone eines jeden Punks in Wallung bringen, belegt der gleichnamige Song.

Aber auch die restlichen Themen wie Pogo, Zivildienst, Hitler, Popper oder Schwule werden bedacht und so wird eigentlich kein Klischee über den Punkrock ausgelassen. Das Album „5,6,7,8 – Bullenstaat“ ist für jeden Die Ärzte-Fan somit ein absoluter Pflichtkauf, da es aber sicherlich bei fast allen schon im CD-Regal steht, ist jetzt eher die breitere Masse an der Reihe, sich dieses kleine aber feine Meisterwerk voller Selbstironie und Klischees zu Gemühte zu führen – es lohnt sich allemal.


Anspieltipps:

  • West Berlin
  • Bravopunks
  • That’s Punkrock
  • Rockabilly War
  • Studentenmädchen
  • Geboren zu verlieren
  • Rockabilly Peace
  • Samen im Darm

Leserkritiken

Avatar Astrid:
Diese Scheibe ist vielleicht das Beste seit Jahren, was die Ärzte rausgebracht haben. Meiner Meinung nach liegt das aber auch daran, dass (wahrscheinlich vom durchschnittlichen Ärztefan unbemerkt) absolute Punk-Hymnen der 70er/80er Hardcore-Punk-Szene gecovert wurden!! weitermachen.
10 / 10
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