Billy Joel - 12 Gardens Live - CD und MP3s - Kritiken, Berichte, Videos und Infos

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Billy Joel
12 Gardens Live
Coverbild: Billy Joel - 12 Gardens Live
CDstarts.de:  - 
Leser:
5 / 10
5 / 10
VÖ:09.06.2006
Genre:Singer/Songwriter
Label:Columbia/SonyBMG

Leserkritiken

Avatar Dirk eberlein:
Ich möchte jetzt keine größere Analyse dieses Doppelalbums schreiben - es ist eben mal wieder eine Live Platte von Billy Joel und dudelt sich durch die Tracks - ein Tipp für Leute, die ein Weihnachtsgeschenk für einen Mitte 40'er suchen, um etwas "Passendes" rüber zu reichen. Die CD wird mit Sicherheit schnell im Schrank verschwinden ..... Kurz: Langweilig, langatmig - unspektakulärer Rockpop Mainstream.
4 / 10
Avatar nf:
Billy Joel war nicht immer gut. Auf dem letzten Live-Album "2000 Years - The Millennium Concert", das eines der seinerzeit äußerst rar gewordenen Solo-Konzerte in den USA am Silvesterabend 1999 zusammenfasste, klang seine Stimme meist genauso schlecht wie der Sound des miserabel nachbearbeiteten Mitschnitts. Ein auf einen lächerlichen Einleger reduziertes dahingerotztes CD-Booklet tat sein Übriges, um die damalige Neuveröffentlichung schnell, sehr schnell, in der CD-Sammlung verschwinden zu lassen. Hätte sich Billy Joel doch mal selbst gekümmert (es produzierte damals Don DeVito). Schwamm drüber. Eine Scheißegal-Einstellung muss mal gestattet sein. Zumal sich der Meister getrost auf zwei Live-Alben der Jahre 1981 und 1987 ausruhen konnte. Mehr hätte man eigentlich nicht gebraucht: Der gelungenen Russland-Tournee widmete das Produzenten-Team Jim Boyer und Brian Ruggles 1987 einen Doppel-Longplayer ("Kohuept", später auf einer CD veröffentlicht). Billy Joel, wie er leibte und lebte, gelungene live in Szene gesetzte Song-Perlen ("Angry Young Man", "Baby Grand", "An Innocent Man", "A Matter Of Trust"), höchstens die Abmischung ließ zu wünschen übrig. Schon 1981 hatte die Produzenten- Ikone Phil Ramone, mit der Joel von 1977 bis einschließlich 1986 zusammenarbeitete und der noch heute Live-Alben von Elton John ("one night only") den nötigen Schliff verleiht, ein Live-Album Billy Joels herausgebracht, das noch heute jedem, aber auch wirklich jedem Billy-Joel-Fan ein seliges Lächeln aufs Gesicht zaubert: "Songs In The Attic" bleibt bis heute unerreicht, ist ein Meilenstein in der Geschichte populärer Musik; bezeichnend, dass selbst die ausgekoppelten Singles "She's Got A Way" und "Say Goodbye To Hollywood" sich weit oben in den Charts behaupten konnten, wie das Album selbst auch. Schon mit "Songs In The Attic" hatte Joel die Messlatte, was Live-Alben betrifft, sehr hoch gehängt. "Kohuept" war 1987 eine nette, überaus solide Ergänzung, konnte aber nicht mit "Songs In The Attic" konkurrieren. Kein Wunder also, dass man - gerade nach dem 2000er-"Millennium Concert"- Desaster, mit dem die Plattenfirma einfach und schnell Kohle machen wollte und sich niemand, auch Billy Joel selbst nicht, ernsthaft für die Qualität der Kompilation interessiert hat - neuen Live-Veröffentlichungen meist skeptisch entgegen blickte. An "Songs In The Attic" heranzukommen, schien unmöglich. Und wer brauchte die dritte Version von "Angry Young Man" oder "The River Of Dreams" auf CD, wenn es sie schon in hervorragenden Versionen gab? Auf Bootlegs sowieso. So führten Fan-Aufnahmen des 1999er Silvester-Konzertes eindrucksvoll das Versagen der vermeintlich professionellen Postproduktion vor Augen. Die Fans entlarvten das offiziell veröffentlichte Material als verzweifelt nachbearbeiteten Sound- Schrott. "Billy beats the Bootleggers" lautet nun das Motto der neuen Live- Veröffentlichung "12 Gardens Live". Zwölf Mal in Folge hat Billy Joel zwischen Januar und April 2006 den New Yorker Madison Square Garden gefüllt. Eine solche Fülle ausverkaufter Auftritte nur eines Künstlers im Rahmen einer Tournee an diesem Ort hat es bis dato noch nicht gegeben; Kollege Springsteen, der bis zuletzt den Rekord von elf Konzerten hielt, wird sich über die aktuelle Entwicklung nicht gefreut haben. Erstmals seit langem scheint es den erst kürzlich mit einer 23-Jährigen vermählten Piano Man wieder so richtig gepackt zu haben. Das neue Live- Album, das er zusammen mit dem namhaften Produzenten Steve Lillywhite (U2, Morrissey) veröffentlichte, ist mehr als eine bloße "Greatest Hits Live"- Sammlung. Joel überrascht mit hervorragend arrangierten Live-Versionen solcher Song-Raritäten wie "The Night Is Still Young" (Joel wird stimmlich vom langjährigen Bandmitglied Crystal Taliefero unterstützt; heraus kommt eine Live-Version, an die man auch in 25 Jahren noch glücklich zurückdenken wird wie heute an "You're My Home" von "Songs In The Attic"), "Everybody Loves You Now" (das mühelos mit der "Songs In The Attic"-Version von 1981 konkurriert), "The Entertainer" (das Joel seit den Mitt-Siebzigern live nicht mehr spielte), "The Great Wall Of China" (das er 1993 seinem Ex-Manager Frank Weber widmete, der ihn um einige Millionen Dollar gebracht haben soll), "Zanzibar" (mit eindrucksvollem Trompeter-Part Carl Fischers), "She's Right On Time", "Laura" und "A Room Of Our Own" (jeweils von Joels Lieblingsalbum, das weniger erfolgreiche "The Nylon Curtain" von 1981, einem Tribut an die Beatles). Ergänzt wird das Ganze durch Live- Darbietungen seiner großen Hits. Der Fan, dem es mulmig im Magen wird, denkt er an die dreihundertvierundvierzigste Live-Version solcher Used Cars wie "Allentown", "Goodnight Saigon", "The River Of Dreams", "Big Shot" oder "You May Be Right", sei die Angst genommen: Das lässt sich auf "12 Gardens Live" nicht nur ertragen, das kommt mitunter sogar ganz gut. Denn Joel scheint in guter Form zu sein. Gerieten in den letzten Jahrzehnten "You May Be Right" oder "Big Shot" zu stimmlichen Hängepartien, dahingerotzten Pflichtnummern, hat es Joel nunmehr geschafft, diese Songs in eine neue Ära hinüberzuretten, ohne dass sich der Zeigefinger allzu schnell der Fernbedienung des CD- oder MP3-Spielers nähert. Das liegt an seiner soliden stimmlichen Leistung ebenso wie an einem äußerst bemerkenswerten Einsatz Billy Joels Live-Band, die in der Zusammenstellung der zentralen Stützen Tommy Byrnes (Gitarre), David Rosenthal (Keyboards, Synthesizer) und Crystal Taliefero (Gesang, Percussion) noch nie so gut wie war wie jetzt. Eine Ausnahme gibt es dennoch: "It's Still Rock'n'Roll To Me", ein so genannter "Hidden Track" auf "12 Gardens Live", eine milde (Bei)Gabe der Plattenfirma, klingt, als hätte Joel die Nacht zuvor durchgezecht. Das macht er nicht mehr, sagt er neuerdings, und man glaubt ihm das. Der Song, eigentlich ein Joel- Klassiker aus der Blütezeit des Singer/Songwriter, bringt es aber schon lange nicht mehr live. Was daran liegt, dass Billy Joel sich auf das bekannte Heruntergedudele beschränkt. Manche Songs sind so verbraucht, dass man nicht mehr hinhören kann. "Die Masse will das aber hören", wird da meist entgegnet und gleichzeitig der sicher nicht leichte Spagat zwischen eigenem Anspruch und so etwas, das Billy Joel in jungen Jahren "Pop-Nutte" nannte, berührt. Doch solche Mängel lassen sich durchaus vergessen, denn bei einer Song-Anzahl von 32 auf zwei CDs und einer derart gelungenen Mischung aus sehr und weniger bekanntem Material kann man nicht mit allem glücklich sein. Apropos: Hier und da ("Angry Young Man", "Miami 2017") fragt man sich, warum solche Songs, die bereits mehrfach auf offiziellen Platten in - nicht üblen - Live-Versionen vorliegen, noch einmal veröffentlicht und anstelle dessen nicht noch ein paar weitere Raritäten aus Joels aktuellem, sehr facettenreichen Live-Repertoire hinzugefügt wurden. Doch Billy Joel kam und kommt es bei seinen Konzerten, wie er sagt, meist auf eine "Dramaturgie" an, und da er sich diesmal selbst um "12 Gardens Live" gekümmert hat, verwundert es nicht, dass das auch bei der Song-Auswahl und -Anordnung deutlich wird. Und gäbe es überhaupt einen ausdrucksstärkeren, energiegeladeneren Opener als "Angry Young Man"? 25 Jahre nach "Songs In The Attic" lässt es sich beruhigt zurücklehnen und genießen: Da ist es, das Live-Album, auf das wir so lange gewartet haben. Mit nur wenig Übertreibung lässt sich "12 Gardens Live" als "Songs In The Attic Vol. II" bezeichnen. "This album is ultimately a reunion with lovers past", sagte Billy Joel 1981 über "Songs In The Attic", "this is the way the band and I want to play these songs". Worte, die auch auf das neue Album bezogen werden können. Und damals weiter, heute ebenso treffend: "If you want to get as close as possible to the real thing, invite your cranky neighbors over and play this record as loud as you can".
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