Band:James Dean Bradfield
Album:The Great Western
Genre:Rock
Laufzeit:37 Minuten
Label:Red Ink/SonyBMG
VÖ:21.07.2006
10/10 Punkte 9/10 Punkte 8/10 Punkte 7/10 Punkte 6/10 Punkte 5/10 Punkte 4/10 Punkte 3/10 Punkte 2/10 Punkte 1/10 Punkte
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Kritik

Der Sänger und Gitarrist der Manic Street Preachers James Dean Bradfield hat sich in der zweijährigen Pause der Band entschlossen, eine Soloplatte aufzunehmen. Es ist nicht so einfach, wenn man Mitglied einer der erfolgreichsten Bands der 90er Jahre ist, da geht die Erwartungshaltung schon in ungeahnte Höhen. Er hat es trotzdem gewagt und herausgekommen ist BritRock von hervorragender Qualität. Bandkollege Nick Wire hat den Text zur Hymne „Bad boys and painkillers“ beigesteuert und aufgenommen wurde der Silberling in London und Cardiff.

Den Anfang macht „That’s no way to tell a lie“ und da wird schon die musikalische Marschrichtung vorgegeben: Ein harmonisches „Shalalala“ im Background, die Schweineorgel und dazu wird melodiös die Gitarre und die Stimme geschwungen. Die 70er Jahre schimmern bei diesem Longplayer einige Male durch und er klingt sehr eingängig, als ob Herr Bradfield das letzte MSP-Album „LifeBlood“ mit seinem eindeutigem Popappeal fortsetzen wollte. Wie er das macht, verdient Respekt. Die Texte sind teilweise gewohnt politisch und kritisch, doch die richtige Revoluzzerstimmung kommt aufgrund der feinen Melodien und leicht bombastischen Arrangements nicht unbedingt auf. Auch persönliche schmerzhafte Erfahrungen lässt James Bradfield einfließen.

Es ist keine Schwäche festzustellen, ob Balladen oder rockigere Tracks der Sorte „Ich bin ein guter Gitarrist von Beruf“. Sie lösen sich abwechselungsreich ab, wobei die schnelleren Songs in der Überzahl sind. Nach deren elf und 37 Minuten ist leider schon Schluss und das gelungene Debüt von Bradfield kann vermeldet werden.

Wenn „Run Romeo run“ keinen Klassiker darstellt, dann stimmt etwas nicht. Dieser hymnische Refrain bohrt sich dermaßen ins Ohr, da wird man süchtig nach. Von dieser Sorte gibt es einige und die schon erwähnten Keyboards werden häufig als Schweineorgeln eingesetzt. Die guten Kompositionen des Leadsängers der walisischen Band nehmen einen schnell gefangen. Die Ballade „To see a friend in tears“ stammt von Jaques Brel und die unverwechselbare Stimme Bradfields zeigt ihre ganze Kraft: Nach eindringlichem Gesang, von der Akustikgitarre begleitet, steigt noch das Keyboard ein und eine bewegende Ballade ist zelebriert.

Das Album nimmt einen mit auf die emotionale Reise durch Trauer, Wut und Lebenslust und das schaffen nicht viele so überzeugend wie James Dean Bradfield. Da wird das Warten auf das neue Manic-Street-Preachers-Werk sehr hörenswert überbrückt, obwohl die Fans der ersten Stunde diese fast schon Pop-CD nicht mit dem ursprünglichen Indierock der Anfangszeit vergleichen dürfen.


Anspieltipps:

  • Bad Boys and Painkillers
  • Run Romeo Run
  • Still A Long Way To Go
  • To See A Friend In Tears
  • Say Hello To The Pope
  • Which Way To Kyffin
  • Tanja Kraus

    Gastkritiken

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    Playlist

    CD 1
    1. That’s No Way To Tell A Lie
    2. An English Gentleman
    3. Bad Boys And Painkillers
    4. On Saturday Morning We Will Rule The World
    5. Run Romeo Run
    6. Still A Long Way To Go
    7. Emigre
    8. To See A Friend In Tears
    9. Say Hello To The Pope
    10. The Wrong Beginning
    11. Which Way To Kyffin