Band:Marilyn Manson
Album:Eat Me, Drink Me
Genre:Hardrock
Laufzeit:57 Minuten
Label:Interscope/UNIVERSAL
VÖ:01.06.2007
10/10 Punkte 9/10 Punkte 8/10 Punkte 7/10 Punkte 6/10 Punkte 5/10 Punkte 4/10 Punkte 3/10 Punkte 2/10 Punkte 1/10 Punkte
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Kritik

Als Schockrocker Brian Warner alias Marilyn Manson am 3. Dezember 2005 die Stripperin und B-Movie-Darstellerin Dita von Teese (35) auf dem Schloss des umstrittenen Künstlers Gottfried Helnwein ehelichte, mutete die Zeremonie fast schon so bizarr an wie das berufliche Schaffen des Brautpaares. Aber irgendwie passten diese beiden extremen Menschen zueinander. Das malte sich der außenstehende Yellow-Press-Leser jedenfalls in seiner Phantasie so aus. Und trotzdem hat es nicht funktioniert. Ein Jahr nach der Hochzeit reichte Dita von Teese die Scheidung ein und verließ Haus und Hof des gebeutelten Rockstars.

Wut, Schmerz, Trauer – so bitter es klingen mag, aber gibt es bessere Triebfeder für ein Rockalbum als pure Verzweiflung und Hass? Offenbar nicht. Und so gibt Mr. Manson freimütig zu Protokoll „Ungefähr in der Mitte des vergangenen Jahres befand ich mich in einem abgrundtiefen Loch; ich war so depressiv dass ich nicht mehr weiterwusste. Mir waren die Hände gebunden. Ich konnte nichts mehr machen, und ich hatte die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben“. Nichtsdestotrotz raffte sich Brian Warner auf und vertonte seine Gefühle der vergangenen Monate. Allerdings schränkt er ein: „Ich will nicht, dass die Leute denken, diese Platte könnte so etwas wie eine Ausbeutung und Zurschaustellung meines Privatlebens sein. Allerdings würde ich doch sagen, dass diese Platte überaus genau auf den Punkt bringt, wo ich mich gerade als Mensch befinde und was ich fühle.“ Deshalb sind die Texte natürlich schwer depressiv geraten und zwischen Mord und Selbstmord ist alles drin.

Doch Vorsicht! Wer jetzt ein derbes Industrial-Gewitter als Verarbeitung von Mansons Seelenpein erwartet, wird mit dem Ergebnis „Eat Me, Drink Me“ ziemlich überrascht werden. Zwar ist die Produktion relativ rau und weit entfernt vom treibenden Glam-Metal eines „Mechanical Animals“ (1998) und der skurrilen Story von „Golden Age Of Grotesque” (2003) – markerschütternde Gitarrengewitter bilden dennoch die Ausnahme auf einem Album, das düster, aber gemäßigter (die meisten Stücke sind im Midtempo-Bereich angesiedelt) und elektronischer als seine Vorgänger klingt.

Dabei haben Mr. Warner und Co-Songwriter/Gitarrist Tim Skold (Ex-KMFDM) weder die eingängigen (Pop-)Melodien vergessen, mit denen sich durchaus die Charts knacken lassen („Putting holes in happiness“, „They said that hell’s not hot“, „Heart-shaped glasses“), noch haben sie klassische Manson-Groover („Are you the rabbit?“, „Mutilation is the most sincere form of flattery“) und epische Horrorgeschichten („If I was your vampire“) ausgespart. Kurz gesagt: „Eat Me, Drink Me“ reiht sich reibungslos in die Galerie der düster-genialen Verrücktheiten eines Brian Warner ein.


Anspieltipps:

  • Evidence
  • Are you the rabbit?
  • Putting holes in happiness
  • They said that hell’s not hot
  • You and me and the devil makes 3
  • Matthias Reichel

    Gastkritiken

     Zurück zu alter Stärke? (Blade86)
    Manson hat es mit seinem neuen Album geschafft, an alte Glanztaten á la Mechanical Animals anzuknüpfen und diese stellenweise noch zu übertrumpfen! Musikalische Härte zeichnet sich nicht nur durch...
     super platte (madlen)
    manson überrascht mit neuem stil, etwas ungewohnt für alte mansonfans, aber dennoch super sound mit ohrwurmeffekt! mansons wandel wird auch mit dieser platte sichtbar, warum immer schocken - nein...
     Selbst nach mehrmaligem Anhören zündet es nicht... (Fili2489)
    3 Gute Songs, 8, die vollkommen nerven, 1 Remix, der besser unerwähnt bleibt: So lässt sich "Eat me, drink me" beschreiben. Eintönig, furchtbar depressiv, was aber mehr künstlich, als poetisch...
     Manson kommt aus sich heraus (Trisha Bittaker)
    Die Riffs der neuen Scheibe von Marilyn Manson erinnern an frühere Alben (wie z.B. Holy wood) in einer Maske von "Golden Age of Grotesque". Seit dem Ausstieg von Twiggy Ramirez (Bass) und John...
     Marilyn Manson Eat Me, Drink Me (Child of Bodom)
    Das Album schließt neue Lücken und zeigt Manson in einem ganz anderem Stil, das Album ähnelt mehr der "Holywood" als der "Golden Age of Grotesque". Das Album beinhaltet in vielen Songs Soli was...

    Insgesamt 6 Gastkritiken vorhanden.

    Playlist

    CD 1
    1. If I Was Your Vampire
    2. Putting Holes in Happiness
    3. The Red Carpet Grave
    4. They Said Hell Is Not Hot
    5. Just A Car Crash Away
    6. Heart-Shaped Glasses
    7. Evidence
    8. Are You The Rabbit?
    9. Mutilation Is The Most Sincere...
    10. You and Me And The Devil Makes 3
    11. Eat me, drink me
    12. Heart-Shaped Glasses [Remix]