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Coverbild: Asian Kung-Fu Generation  - Fan Club
CDstarts.de:9/10
Leser:
5.7 / 10
5.7 / 10
VÖ:24.11.2006
Genre:J-Rock
Spieldauer:57 Minuten
Label:Gan Shin/UNIVERSAL


Es kommt nur selten vor, dass japanische Bands sich im amerikanischen oder europäischen Raum etablieren können. „Dir En Grey“ und „L’Arc En Ciel“ dürften die einzigen Gruppen sein, die sich einen etwas größeren Bekanntheitsgrad erspielt haben. Es ist jetzt nicht so, dass AKG, bestehend aus Masafumi Gotou (Gitarre und Vocals), Ijichi Kiyoshi (Schlagzeug), Takahiro Yamada (Bass und Backvocals) und Kensuke Kita (Gitarre und Backvocals) (übrigens ist jeweils der hintere Name der Vorname der Jungs), diesen Bekanntheitsgrad erreicht haben, aber ihr neuestes Werk „Fan Club“ wird nun auch hier vertrieben, sodass man einen Longplayer unter 40 Euro ergattern kann.

Gegründet wurde die Rockband 1996, doch es sollte gute vier Jahre dauern bis sie wirklich bekannt werden sollten. Ein Radio-DJ war auf eine ihrer ersten Veröffentlichungen aufmerksam geworden und so kam es dazu, dass einer ihrer Songs in der Heavy-Rotation landete. Die Nachfrage über diese Band mit einem Gefühl für warme und einfangende Rockmelodien wurde immer größer. Als Antwort wurde ein erstes Mini-Album herausgebracht, welches doch beträchtlichen Erfolg in der Szene hatte und auch die Masse wurde aufmerksam. Es sollten noch zwei richtige Alben Folgen. Die Auszeichnungen und der dazugehörige Erfolg ließen nicht auf sich warten. Inzwischen haben sich AKG in der japanischen Musikszene fest etabliert und auch in Amerika wächst der Bekanntheitsgrad. Was verpassen wir hier in Deutschland also?

Um eines vorneweg zu nehmen: Viele stellen sich unter gewöhnlichem J-Rock noch immer verspielte Elektronik und quietschende Stimmen vor. Gleich die Eröffnung mit „Waltz In Code - Angou No Waltz” zeigt das musikalische Gespür der vier Japaner. Sich ins Ohr fräsende Beats und Riffs, sowie die warme, aber kraftvolle Stimme von Gotou machen deutlich, dass der einzige wirkliche Unterschied zu den Top-Bands aus Amerika und Europa die japanische Sprache ist. Freundlicherweise sind im Booklet aber alle Texte ins Englische, sowie ins Deutsche übersetzt. Der zweite Song „World Apart“ ist für die Band ein ganz besonderer Song, da er ihre erste Nummer Eins in Japan war. Der Song steigert das Tempo im Vergleich zum Opening. Ein grandioses Schlagzeug und ein Refrain zum Mitsingen (mit der Zeit kriegt man den Dreh mit dem japanischen raus). Ein Ohrwurm bester Sorte. Eigentlich will man nicht im Lob versinken, aber die Jungs von AKG machen es einem wirklich schwer. „Blackout“ ist genau der Gegenpol, den die ersten beiden Lieder gebracht haben. Ein recht einfaches, ruhigeres Lied, dass dank Uptempo mittels Schlagzeug nicht an Fahrt verliert. Das erste Drittel wird durch „Primrose – Sakurasou” abgeschlossen welches deutlich macht: Diese Band hat nichts mehr mit Indie zu tun und Punks sind sie nun wirklich nicht. Das ist einfach nur bezaubernder Gitarrenrock.

Natürlich ist es schwer dieses Niveau zu halten, doch es ist nun einmal nicht unmachbar. Außer dass „A Rabbit In The Back Alley - Rojiura No Usagi” die Dreiminutenmarke nicht knackt hat man es mit einem der ganz starken Songs auf dem Album zu tun. Das folgende Stück „Blue Train“ könnte auch als Kiyoshis großer Auftritt bezeichnet werden. Der Drummer gibt sich wirklich alle Mühe interessante Beats abzuliefern und es gelingt ihm vorzüglich. Ein guter Song, der sonst aber nicht zu den Highlights zählt. „A Midwinter Dance - Mafuyu No Dance” schließt sich dem an und hat einfach die Ausstrahlung eines Feel-Good-Songs. „Butterfly“ beendet das zweite Drittel, welches dem Hörer geradezu Angst macht, da es sich großteils zwar nicht um Diamanten, aber immer noch Edelsteine handelt.

Das Ende der CD erinnert wieder mehr an den Beginn. Der Rocker „Senseless“ weiß durch seine Bridges zu gefallen und läutet das furiose (emotionale) Finale ein. „Moonlight – Gekkou“ ist eine sechsminütige Hymne, die von einem Pianointro eingeleitet zu dem wahrscheinlich vielschichtigsten Song des Albums wird. Das ist nur noch fantastisch. Den offiziellen Abschluss bildet „Tight Rope“, welches wieder eine Nummer langsamer ist. Ein typisches Lied zum Ausklang. Es schreit gerade zu „Auf Wiedersehen, wir sehen uns bald wieder!“ Als Entschuldigung dafür, dass man ein halbes Jahr auf das Album warten musste gibt es noch zwei Bonuslieder. Diese sollten einzeln betrachtet werden, da „Tight Rope“ ein gelungener Abschluss war. „Lies In Wonderland - Uso To Wonderland” überrascht mit anderem Sänger, hat aber einen sehr guten Drive, während „Fish That Can't Fly - Tobenai Sakana“ nocheinmal ein rockiges Review auf den Stil von AKG bildet. Asian Kung-Fu Generation sind vielleicht keine große Nummer hier in Deutschland, aber das ändert nichts an der Qualität dieses Meisterwerks des Gitarrenrocks.


Anspieltipps:

  • World Apart
  • Blackout
  • Butterfly
  • Moonlight - Gekkou

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Playlist

1.  Waltz In Code - Angou No Waltz
2.  World Apart
3.  Black Out
4.  Primrose - Sakurasou
5.  A Rabbit In The Back Alley - Rojiura No Usagi
6.  Blue Train
7.  A Midwinter Dance - Mafuyu No Dance
8.  Butterfly
9.  Senseless
10.  Moonlight - Gekkou
11.  Tightrope
12.  Lies In Wonderland - Uso To Wonderland
13.  Fish That Can't Fly - Tobenai Sakana
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