Paul McCartney - The Space Within Us - CD und MP3s - Kritiken, Berichte, Videos und Infos

CDstarts.de - Kritiken, Nachrichten und Konzerte - Dein Musikmagazin!
Paul McCartney
The Space Within Us
Coverbild: Paul McCartney - The Space Within Us
CDstarts.de:4/10
Leser:
4.8 / 10
4.8 / 10
VÖ:10.11.2006
Genre:Pop
Spieldauer:140 Minuten
Label:Warner Bros.
Wer nicht zu den großen McCartney-Fans gehört, sollte sich lieber ein Beatles-Album anschaffen.

Es gibt viele Leute, die sagen, dass Paul McCartney tot sei. Argumente? Man vergleiche das alte Material mit den neuen Liedern. Ob etwas an dem mysteriösen Doppelgänger dran ist, wird die Menschheit wohl (hoffentlich) nie erfahren. Dass Macca seinen musikalischen Zenit überschritten hat, ist hingegen kein offenes Geheimnis mehr. Da kann auch ein Nigel Godrich (Produzent von u.a. Radiohead und Beck) versuchen, das Beste rauszuholen. An die guten alten Zeiten kommen die neuen Songs nicht ran. Und so verkauft man lieber Live-DVDs an ein süchtiges Publikum, das den Mittelstand mittlerweile erreicht haben sollte.

Und was muss man sich überlegen, wenn man schon unzählige Live-DVDs veröffentlicht hat? Richtig, ein Konzept. Und das steht voll und ganz in der McCartney-Mentalität: Am 13.11.2005 spielte der Ex-Beatle ein Konzert von ca. 17.000 Menschen und zwei Astronauten. Diese Astronauten befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf der internationalen Raumstation ISS und die Live-Übertragung war wohl mit die Spektakulärste seit dem Live Aid Festival im Jahr 1985. Es blieben auch nur wenige Minuten, bis die Station wieder im Funkschatten lag. Und so spielte Paul McCartney den Song „English tea“ aus seinem jüngsten Album „Chaos And Creation In The Backyard“. Mehr Konzept bietet die DVD nicht. Der Rest ist leider nur eine weitere Huldigung an den 64-Jährigen.

Im Grunde geht es dem Konzertfilm nicht um die Musik. Es geht um die Performance. Es geht darum zu zeigen, wie der Drummer Abe Laboriel Jr. seine Sticks dreht und nicht zu zeigen, wie Gitarrist Brian Ray seine Soli spielt. Es geht darum, Männer um die 40 zu zeigen, die sich benehmen wie ihre 13-jährigen Söhne auf einem Heavy-Metal-Konzert. Wer sich für die Musik interessiert, der ist bei diesem Performance-Film falsch. Auch der dokumentarische Ansatz, den der Film mit sich zieht, wirkt eher störend als hilfreich. Besonders wenn man zuerst „Let it be“ sehen will, wird man von jeder Menge „prominenter“ Fans gestört, die ihren Kommentar zu dem lieben Menschen namens Paul McCartney abgeben. Von dem Song bekommt man nicht viel mit.

Und so ergeht es auch vielen anderen Songs auf der DVD. Besonders die Atmosphäre leidet sehr unter dem dokumentarischen Ansatz des Films. Aber im Zweifelsfall sprechen die Songs ja doch für sich, die von den Beatles-Klassikern („Yesterday“, „Eleanor Rigby“, „Please please me“) über die der Wings-Ära („Let me roll it“), bis hin zu alten und neuen Solomaterial („Flaming pie“, „Fine line“) reichen. Dazu kommt McCartneys Sturz von der Bühne, der zeigt, dass er auch ein guter Entertainer ist.

Gerade durch die viel zu schnellen Schnitte und durch das Einfangen von dem pathetisch agierenden Publikum wird die Atmosphäre nicht gut genug eingefangen. So kann man als Fan wohl eine gute Paul-McCartney-CD-Alternative erwarten und einen netten Abend haben. Aber wer nicht zu den großen Fans des Ex-Beatles gehört, sollte sich lieber ein Beatles- oder McCartney-Album anschaffen, wovon man wesentlich mehr hat.


Anspieltipps:

  • English Tea
  • I’ll Follow The Sun
  • Yesterday

Leserkritiken

Dein Name:
E-Mail:
E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt.
Bewertung:
Text:
Hinweis: Werde kostenlos Mitglied von CDstarts - Deine Kritiken werden sofort freigeschaltet!
Sicherheitsabfrage: captcha

Mehr Paul McCartney

mehr New
2013
Vier Produzenten verderben nicht den Brei, sondern verabreichen Sir Paul eine Frischzellenkur.
7.5 / 10
mehr Wings Over America (Deluxe Edition)
2013
Das erste und einzige Wings-Live-Album als digital aufgefrischter Re-Release.
7 / 10
mehr RAM (Deluxe Edition)
2012
Nachschub aus der Re-Issue-Reihe von Onkel Paul: Diesmal Soloalbum Nummer zwei.
6 / 10
mehr Kisses On The Bottom
2012
Dem Ganzen fehlt der letzte Pfiff, der aus diesem doch sehr privaten Werk ein spritziges Feuerwerk hätte werden lassen können.
5 / 10
mehr The Love We Make
2011
Alles in allem wirkt der Film wie ein Making-Of, das als Bonus irgendwo auf der Konzertaufnahme hätte Platz finden können.
3 / 10
mehr Ocean´s Kingdom
2011
Mit John Williams auf der einen und van Beethoven auf der anderen Schulter kann Paul McCartney einen kleinen Meilenstein seiner Karriere setzen.
8.5 / 10
mehr McCartney I (Deluxe Edition)
2011
Von diesem ersten Nach-Beatles-Album ging ein Reiz aus, der das Werk im Wettstreit um das bestverkaufte Solodebüt der Herren Lennon, Starr und McCartney auf den ersten Platz bugsierte.
7 / 10
mehr McCartney II (Deluxe Edition)
2011
Bei „McCartney II“ haben wir es mit einem künstlerischen Flop zu tun!
4 / 10
mehr Good Evening New York City
2009
Durch den Zusammenschnitt der drei verschiedenen New-York-Auftritte resultiert eine fast perfekte Setlist.
8 / 10
mehr The McCartney Years
2007
Also, liebe Beatles- und McCartney-Fans, 40 Euro auf den Tisch und ab dafür!
8 / 10
mehr Memory Almost Full
2007
Hätte Paul McCartney vor ungefähr zwei Jahren nicht den Produzenten Nigel Godrich getroffen, wäre „Memory Almost Full“ schon längst auf dem Markt.
8.5 / 10
mehr Chaos And Creation In The Backyard
2005
Die 13 Tracks erreichen zwar nicht die Intensität eines „The Man Comes Around“-Albums, vermitteln aber einen erstaunlich frischen Eindruck.
7 / 10
mehr In Red Square
2005
Perfekte Musik vor einer beeindruckenden Szenerie.
8 / 10
mehr Back In The U.S.
2002
Werbung

Externe Links

Neu auf CDstarts

Dead Man´s Chest - Negative Mental Attitude EP
18.04. @16:57 in Kritiken
6 / 10
Woven Hand - Refractory Obdurate
18.04. @13:54 in Kritiken
8.5 / 10
Edguy - Space Police: Defenders Of The Crown
18.04. @13:45 in Kritiken
6.5 / 10