KritikThe Aim Of Design Is To Define Space polarisieren bereits seit ihrer Gründung im Jahre 2001. Musikalisch wird zwar eine recht zwingende, wenn auch ziemlich ungewöhnlich arrangierte Melange aus Synthie-Pop und Post Punk geboten, doch des Pudels Kern sind die Texte: „Einen Schrein für Heuchler / Und allmächtige Meuchler / Die Stars in dieser Diktatur / Mit deutscher Wurst und Eieruhr“ („Marlon Brando Impersonator: Ahlbeck/Seebrücke”) oder „Wie soll ein Jogginganzug stürzen, weht der Wind von allen Seiten / Alles was die Menschen fürchten, zerfällt in tausend Teile“ („Im Osten nichts Neues“) sind nur zwei Beispiele für die kontrovers diskutierbare Lyrik der Band. Kunst oder Krempel? Der Rezensent mag sich nicht entscheiden.
In jedem Fall gelingen The Aim Of Design Is To Define Space auf „Aimthusiasm“ einige sehr schöne Popsongs, die einfach mitreißen. So ist „Geboren im Winter“ mit seinen dezenten Backgroundvocals und der dramatisierenden Instrumentierung ein potenzieller Clubhit, während „Einsam ist die Leserin“ durch wunderschöne Synthesizer träumen lässt. Auch „Berliner Messe“ begeistert durch seine unbedingte Eindringlichkeit nachhaltig. Auf der anderen Seite darf allerdings „Mein See hat viele Ufer“, der das Album sowohl eröffnet als auch in der sogenannten „Charlton Heston Version“ beschließt, leider als für diese Aufgabe nur bedingt geeignet bezeichnet werden: Der Song ist zu wenig aufregend, um den beabsichtigten Rahmen zu geben und so entsteht der Eindruck einer leichten Überambitioniertheit. Das Ziel, „Aimthusiasm“ im Gegensatz zum Vorgänger „Aim Of Design Good Time“ eine einheitliche Ästhetik zu verleihen, ist dennoch gelungen. Selbst das Artwork hat genau die Farbe der Musik. Letztlich sind The Aim Of Design Is To Define Space gerade durch die textlich bedingte Spaltung potenzieller Hörerschichten relativ außergewöhnlich. Deswegen muss aber auch jeder mit sich selbst ausmachen, ob er der Band folgt oder nicht. Anspieltipps: GastkritikenBisher sind keine Gastkritiken vorhanden |
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