Stefan Gwildis - Wünscht Du Wärst Hier - Cover
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Stefan Gwildis Wünscht Du Wärst Hier


  • Label: 105 Music/SonyBMG
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Stefan Gwildis bleibt sich treu, ohne seine künstlerische Weiterentwicklung aus dem Auge zu lassen.

Meine Damen und Herren, ab sofort steht das neue Album von Stefan Gwildis im Verkaufsregal ihres CD-Händlers des Vertauens. Vor allem die Damen sollten sich mit dem Kauf beeilen, denn der George Clooney von der Waterkant hat eine ganz spezielle Überraschung für Euch in petto: Er macht sich im Booklet nackig. Und zwar komplett! Das muss man, äh, Frau, gesehen haben. Doch nun schnell zurück zum Wesentlichen: Die Musik!

Um es gleich vorweg zu sagen: Stefan Gwildis bleibt auf „Wünscht du wärst hier“ seinem Stil treu. Und das ist auch gut so! Denn was Stefan Gwildis und sein Songschreiberpartner Michy Reincke anfassen, passiert mit absoluter Liebe zum Detail. Hier werden nicht einfach bekannte Songs mit der Brechstange eingedeutscht und mit irgendeinem Knöpfchendreher zum Schnäppchenpreis im Studio runtergerissen. Plastiksound und dumpfbackige Texte haben bei Gwildis & Reincke keine Chance.

Mit einer 14-köpfigen Band im Rücken, die für einen ebenso warmen wie satten Klang sorgt, interpretiert Stefan Gwildis die englischen Originaltexte auf seine Art und findet dabei eine authentische Sprache, an der nichts gekünstelt oder gestelzt ist. So wird „Big yellow taxi” von Joni Mitchell zu „Wenn es weg ist” (übrigens mit Backgroundgesang von Annett Louisan), Marc Cohens Hit „Walking in Memphis“ mutiert zu „Gestern war gestern“, aus „Soul man“ (im Original von Isaac Hayes) wird „Ich bin Soulfan“, Tony Joe Wights „Rainy night in Georgia“ wird in die Hansestadt verlegt und heißt nun „Regennacht in Hamburg“, „Spinning Wheel“ (Blood, Sweat & Tears) wird zu „Lass den Dingen ihren Lauf“ und „Caruso“ von Lucio Dallas nennt sich ab sofort „Keines Menschen Auge (Caruso)“.

All das geschieht mit Hingabe und – im wahrsten Sinne des Wortes – soviel Soul, dass ein Unterschied zu den großen US-Kollegen nicht auszumachen ist. Denn auch die Eigenkompositionen „Wundervolles Wunder“, „Wünscht du wärst hier“, „Du gehst mir nicht mehr aus dem Sinn“, „Muhammad Ali“, „Wo bist du grad“ und „Wenn es dich glücklich macht“ fallen qualitativ in keiner Weise ab. Sie fügen sich wunderbar in die Klassiker-Interpretationen ein und sorgen für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den selbst geschriebenen Nummern und den sechs Coverversionen. Damit bleibt sich Stefan Gwildis treu, ohne eine künstlerische Weiterentwicklung aus dem Auge zu lassen. Dadurch bleiben seine Alben spannend und höchst unterhaltsam. Bitte weiter so!

Anspieltipps:

  • Ich bin Soulfan
  • Wo bist du grad
  • Wenn es weg ist
  • Regennacht in Hamburg
  • Keines Menschen Auge (Caruso)

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