My Excellence - Pomp´s Not Dead - Cover
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My Excellence Pomp´s Not Dead


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 29 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

In Zeiten der Rezession leidet anscheinend auch die Musik. Warum sonst My Excellence aus Österreich um Frontmann Richie Ulmer nur acht Songs auf ihr Debüt packen ist ansonsten nur schwer zu erklären. So bekommt man dioch eher den Eindruck eine große EP vor sich liegen zu haben und geht eher mit gemischten Gefühlen an das viel versprechende Projekt, welches klassische Musik mit Rock der Neuzeit verbinden will. Vielleicht war es auch so kompliziert opernähnliche Arrangements zu schreiben und die Dichte toller Umsetzungen ist jetzt umso höher.

Die ersten Töne von „Pomp’s Not Dead“ vernichten diese Hoffnung aber brutal und eröffnen dem Hörer deutlich, was er sich unter der Musik vorzustellen hat. Mozarts Walzermelodie wird für jeden hörbar gespielt, sodass auch der unmusikalischste Hörer erkennt, dass diese Melodie den Bogen des Gesangs in „Does Anyone Know“ spannt. Dass das keine Eintagsfliege bleibt lässt sich sehr penetrant an den Stücken „Sorry“, das dem Meister Amadeus ebenfalls Tribut zollt, und „Swallow“, welches letzten Endes nicht viel mehr als eine Rockversion von Für Elise ist. Die eigenständigen Teile der Lieder wirken mehr wie Schablonen aus einer Anleitung wie man Rockmusik macht, denn es klingt so konventionell und auf Ohrwurm getrimmt, dass es fast schon peinlich ist.

Besonders deutlich wird das natürlich an den Stücken, die sich nicht so aggressiv auf einen Klassiker stützen und nicht den Hauch einer Chance haben, die Symbiose aus Klassik und Rock vorzutäuschen. Ein paar Streicher und ein Klavier machen noch kein klassisches Stück. Das erinnert dann alles doch mehr an Vanessa Carltons „A Thousand Miles“, nur rockiger. Das ist bekanntlich nicht schlecht und lässt sich super verkaufen, aber vom Vorsatz dieses gewissen Etwas ist nichts zu merken. Auch „Ghosts“ klingt, als sei es von diversen anderen Interpreten (Mehrzahl!) in den letzten Jahren öfters gespielt worden und auch „Hate And Sorrow“ ist an Konventionalität kaum zu überbieten.

Auch wenn die Musik, die My Excellence hier fabriziert alles andere als exzellent ist, macht es aber dennoch genug Spaß, um nicht gleich abzuschalten und bei „For God’s Sake“ und „Last Episode“ ist doch so was wie richtige Spielfreude zu hören, selbst wenn dieses Schablonendenken nicht abrücken will. Ohne den Schritt zur Eigenständigkeit wird My Excellence im Sumpf der großen Masse verschwinden und nur mit ein oder zwei Singles für kurze Zeit im öffentlichen Leben vorhanden und existent sein. Ob es nicht doch für mehr reicht, entscheiden die Jungs allein und lassen demnächst hoffentlich die Finger von bestehender Klassikware. Eigenständigkeit ist eine Tugend.

Anspieltipps:

  • Last Episode
  • Does Anyone Know
  • For God’s Sake

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