Mavis Staples - Live: Hope At The Hideout - Cover
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Mavis Staples Live: Hope At The Hideout


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 69 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Klassischer Soul ist das allemal, aber wenn dann acht (!!) Minuten eigentlich nur „We Shall Not Be Moved“ oder „Why Am I Treated So Bad“ gesungen wird, kommt man sich doch ein wenig komisch vor.

Mavis Staples? Das ist mal eine richtige Hausnummer. Mit 69 Jahren gehört man schließlich nicht mehr zu den ganz jungen und doch strahlt die US-Amerikanerin mit ihrem Gospel und ihrem Soul auf der Bühne mehr Leben als manch anderer Jungstar aus. Und sie bewegt noch etwas, trägt Träume mit sich herum und anstatt wie sonst für die großen Massen zu singen, gönnt sich Mavis mal einen ganz intimen Auftritt vor einigen Hunderten, die ihre große Künstlerin mal von ganz Nahem sehen und natürlich hören dürfen.

Gleich der Beginn sorgt aber für Magenschmerzen. Beim Konzertbesucher natürlich nicht, denn wir gehen mal davon aus, dass der geneigte Hörer auch wirklich geneigt ist und die Musik im allgemeinen eh klasse findet, die Mrs Staples da zum Besten gibt. Leider ist dieses Gefühl auch schon goldwert. „For What It’s Worth“, im Original von Buffalo Springsteen, reicht auch bei der Soulsängerin nicht an das Original heran und ist damit als nette, aber nicht wirklich bedeutende Coverversion zu vermerken. Und dann beginnt das große Spalten. Die einen werden beschwingt die Texte mitsingen (nicht so schwer, da in den Songs oft der Refrain wieder und wieder gesungen wird und dieser meist nur aus einem Ausruf (dem Liedtitel) besteht) und die anderen werden sich darüber ärgern, dass in den Songs oft der Refrain wieder und wieder gesungen wird und dieser meist nur aus einem Ausruf (dem Liedtitel) besteht.

Klassischer Soul ist das allemal, aber wenn dann acht (!!) Minuten eigentlich nur „We Shall Not Be Moved“ oder „Why Am I Treated So Bad“ gesungen wird, kommt man sich doch ein wenig komisch vor. Das ist dann schlichtweg zu lang und nimmt den Songs das Besondere. Daran ändert auch nicht, dass Mavis uns so sehrt liebt, dass es noch vier Zugaben gibt. Diese reihen sich strukturell nämlich gnadenlos in ihre Vorgänger ein und überzeugen nicht gerade mit Einfallsreichtum. Jetzt müsste doch eigentlich ein Satz über einzelne Lieder kommen, wenigstens einer, doch das wäre überflüssig, denn was Mavis Staples hier abliefert ist die rohe, pure Essenz des Gospels mit einer Prise Soul. Ohne Larifari, ohne Belag, ohne Finessen. Einfach nur strikt und „plain“. Wer es mag, der mag es und wer mit Gospel nichts anfagnen kann, den wird dieser Platte keines Besseren belehren. Die Soulsängewrin ist für viele Leute auch heute noch eine Inspiration. Sie hat viel miterlebt und strahlt diese Erfahrung aus, auch auf der Bühne. Ihre Musik hingegen gleicht 0815-Ware.

Anspieltipps:

  • Freedom Highway
  • Down In Mississippi
  • Will The Circle Be Unbroken

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