Nickelback - Dark Horse - Cover
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Nickelback Dark Horse


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist beeindruckend, mit welcher Hartnäckigkeit und Stringenz Nickelback ihren Weg verfolgen.

Chad Kroeger, der röhrende Hirsch mit Testosteron-Überfunktion, hat es wieder mal geschafft. Auch die neue Single seiner Band Nickelback, „Gotta be somebody“, ist ein Airplay-Hit sondergleichen. Diese Erfolgsgeschichte macht fast schon Angst. Denn keine andere Band aus dem härteren Rockbereich hat in den vergangenen Jahren mehr Platten verkauft und Single-/Radiohits gelandet als Nickelback. Dabei ist das Rezept relativ einfach: Man nehme eine extrem eingängige Melodie (an dieser Aufgabe scheitern bereits die meisten Musiker...), unterfüttere diese mit einem amtlichen Gitarrensound und verpacke das Ganze in eine satte Creme-Double-Produktion – fertig sind Superhits wie „How you remind me“, „Photograph“ und „Rockstar“.

Damit die Erfolgsgeschichte so weitergeht, ist der für „Dark Horse“, dem mittlerweile sechsten Nickelback-Studioalbum, gewählte Produzent eine logische Konsequenz aus der bisherigen Karriere der kanadischen Alternative (Hard-)rocker. Denn mit Robert John „Mutt“ Lange (60), dem Ex-Mann von Shania Twain, haben sich die Kanadier einen echten Spezialisten für diese Mission ausgesucht. Lange verhalf bereits in den 80er Jahren Bands wie AC/DC („Back In Black“), Foreigner („4”) und Def Leppard („Hysteria“) zu Rock-Meilensteinen. Jetzt soll sein Händchen für „harte Hits“ auch den Jungs von Nickelback zugute kommen. Und so kommt es, wie es kommen musste: Mutt Lange, der gleich an fünf Songs als Komponist beteiligt war, steuert Nickelback in den sicheren Hitsingle-Hafen. Man höre sich nur einen Track wie „Never gonna be alone“ an. Hier klingen Nickelback wie eine moderne Version von Def Leppard. Und die waren in den Achtzigern wirklich nicht schlecht!

Im Vergleich mit den peinlichen aktuellen Werken von Hinder („Take It To Limit“), Puddle Of Mudd („Famous“) und Buckcherry („Black Butterfly“) ist „Dark Horse“, bis auf das verzichtbare „S.E.X.“, eine erfreuliche Ausnahmeerscheinung im Mainstream-Hardrocksektor. Die Herren fassen sich kurz und knapp (elf Songs in 43 Minuten) und zaubern einen muskelbepackten Ohrwurm nach dem anderen aus dem Hut. Von der wuchtigen Abrissbirne („Something in your mouth“, „Burn it to the ground“), über die klassische Radiohalbballade („I’d come for you“), bis hin zur großen Stadionhymne (besagter Def-Leppard-Epigone „Never gonna be alone“) ist alles dabei. In „Next go round“ meint man sogar, ein Metallica-artiges Riffing herauszuhören. Aber wir wollen es nicht übertreiben...

Nickelback sind und bleiben die härteste Versuchung seit es Radiomusik gibt. Deshalb gilt weiterhin: So was muss man nicht mögen, aber es ist ganz schön beeindruckend, mit welcher Hartnäckigkeit und Stringenz Nickelback ihren Weg verfolgen und dabei in schöner Regelmäßigkeit Tophits und wunderbar fluffig durchhörbare Alben vorlegen.

Anspieltipps:

  • Next go round
  • I’d come for you
  • Gotta be somebody
  • Never gonna be alone
  • Something in your mouth

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