Tok Tok Tok - She And He - Cover
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Tok Tok Tok She And He


  • Label: Boutique/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Tok Tok Tok gibt es jetzt schon zehn Jahre. Jetzt erst wurde der große Schritt zum Majorlabel gemacht, nach zwei Jazz-Awards und sieben Studioalben. Sängerin Tokunbo Akinro und Morten Klein können Musik also endlich ihren richtigen und einzigen Hauptberuf nennen. Nicht, dass es vorher anders gewesen wäre. Der moderne Jazz, der immer mehr mit dem Bossa Nova verschmilzt, hat dieses Jahr schon viele Einflüsse erhalten und rechtzeitig, bevor die letzten Tage des Jahres anbrechen, versuchen auch die Freiburger ihren Beitrag zu leisten.

Beim neuen Label will man sich natürlich keine Blöße geben und so beginnt das Album mutig, beinahe rockig, doch der Soul übernimmt schnell das Ruder und macht aus „Although He Hurts Me“, das erste von vielen Liebeslidern auf der Platte. Tok Tok Tok sind nämlich bekennende Fans der Liebeslyrik und haben sich so auf dieses einfachste und doch am meisten komplizierte Thema im Raum der menschlichen Emotionen eingelassen. Dementsprechend muss ein Song wie „Daydream“ sich den Vorwurf gefallen lassen, arg böse kitschig beim Hörer anzukommen, zumindest für jene, die hinter die gefällige Instrumentalfassade schauen.

Es geht aber auch interessanter und ganz besonders variabler. Bei „The Love We Share“ herrscht ein beinahe aufdringlicher Drumbeat und „Longing For Brad“, eine Ode an Brad Pitt, kommt mit einem nicht minderinteressanter Rhythmus daher und auch die Streicher sind hier ungewöhnlich, aber sehr passend eingesetzt. „Lewis & Ruth“ ist dann (leider) wieder etwas konventioneller gestrickt und rutscht zu Beginn beinah in das Milieu des Akustik-Pop ab, bis das Saxophon erlösend die Jazz-Wurzeln wieder belebt. „As We Are“ strahlt da aber doch noch mal eine ganze Spur Atmosphäre mehr aus. Die Freiburger Gruppe lebt, das erkennt man spätestens jetzt, von einfallsreichen Ideen. Auch die ganz konventionellen Stücke sind nicht schlecht, doch es hört sich dann oft nach „gekonnt, gewollt, geschleift“ an, sodass Einheitsware das Endprodukt ist.

Die erste Hälfte das Albums wird sehr groovig durch das starke „The Game Is Over“ abgeschlossen, welches durch die Symbiose von abgeklärtem, coolem Bass und belebtem Saxophon lebt. Die zweite Hälfte wiederholt aber nicht stumpf, sondern bietet schöne Mid-Tempo-Nummern („Crash Crush“, ), richtig guten Soul („ Living Hell“) und natürlich Balladen („Our Litlle Song“). Auch die Popelemente wollen sich gar nicht verbergen und keiner der Tracks hätte Probleme sich vermarkten zu lassen. Die Ausarbeitung ist, wie bereits erwähnt, äußerst professionell, was mal gut und mal schlecht ist, denn der unglaublich homogene Klang, der nur selten durchbrochen wird, sorgt nicht unbedingt für Abwechslung. Was in den Freiburgern steckt, deuten sie jedoch mindestens an und liefern eine zufrieden stellende Platte ab, mit der man seinen Spaß haben kann.

Anspieltipps:

  • Living Hell
  • Although He Hurts Me
  • Harmless In The Beginning

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