Ayreon - Timeline - Cover
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Ayreon Timeline


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 228 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Timeline“ stellt einen hervorragenden Überblick über Ayreons Schwaffenswerk dar.

Klar zählt die Musik. Aber wenn sich ein Interpret und seine Plattenfirma so viel Mühe geben, die Fans zufrieden zu stellen, sollte man das zumindest lobend erwähnen: in einer stabilen aufklappbaren Box finden sich neben drei randvollen CDs und einer DVD ein umfangreiches (und wie immer hübsch illustriertes) Booklet sowie ein Poster im A5-Format, auf dem es je nach Wunsch das „Timeline“-Covermotiv (in welchem sich Elemente der verschiedenen Alben vereinigen) oder eine chronologische Übersicht des Ayreon-Universums zu bestaunen gibt. Macht sich gut über jedem CD-Regal.

Die DVD präsentiert sich in Form einer nicht allzu aufwändig gestalteten Zeitleiste, auf der man diverse Live-Auftritte, Teaser und Videoclips abrufen kann. Unter anderem gibt es das schicke Video zu dem wohl magischsten Moment der Ayreon-Saga zu sehen und hören: „Beneath the waves“ - wahlweise auch in 5.1. Surround-Sound. Merkwürdigerweise findet sich das Lied nicht auf den CDs. Doch dazu später mehr. „Timeline“ ist kein gewöhnliches „Best Of“. „Timeline“ ist die Zusammenfassung der kompletten Ayreon-Geschichte, die mit dem letzten Album „01011001“ ihren Abschluss fand. Jeder Abschnitt der Story ab einschließlich dem Debütwerk ist mit mindestens vier Songs vertreten. Dementsprechend vollgepackt ist die Compilation. Auf drei Silberlingen, die jeweils die 70-Minuten-Grenze sprengen, sind alle (technisch erneuerten) Fragmente, die vorwiegend inhaltlich einen entscheidenden Beitrag leisten, vertreten.

CD 1 deckt die Alben „The final experiment“ (1995), „Actual fantasy“ (1996) und „Into the electric castle“ (1998) ab, das zu Beginn der zweiten CD fortgesetzt wird. Es folgt „The universal migrator part I and II“ (2000) und der erste Track des besten Ayreon-Albums „The human equation“ von 2004. CD 3 bietet fünf weitere Tracks von „The human equation“ sowie eine Auswahl des erst im Januar erschienenen „01011001“. Gerade bei den letzten beiden Alben zeigt sich der Nachteil eines derart konzipierten „Best Ofs“. Die vertretenen Songs mögen repräsentativ sein, aber es fehlen einige Höhepunkte der zugrunde liegenden Alben. Dass beispielsweise „My house on mars“ von „The universal migrator part I“, „Day eleven: Love“ von „The human equation“ und vor Allem das grandiose „Beneath the waves“ von „01011001“ nicht vertreten sind, ist unverzeihlich. Zur Entschädigung gibt es zwar einen neuen Track namens „Epilogue: The memory remains“, das die mitreißende, aber kitschige Story endgültig abschließt - den Verzicht auf ein beträchtlichen Teil der wirklich guten Ayreon-Stücke kann das jedoch nicht aufwiegen, zumal der Track ziemlich gewöhnlich ausgefallen ist. Apropos Abschluss: Arjen Anthony Lucassen - der Kopf hinter Ayreon - hat angekündigt, dass das „Best Of“ keinesfalls einen Schlussstrich unter Ayreon zieht. Lucassen plant einen Neuanfang sobald er eine Idee hat, wie dieser aussehen soll. Das wird zwar eine Weile dauern, aber der Tausendsassa wird sich die Zeit mit anderen Nebenprojekten vertreiben. Ein Blick auf seine Website zeigt, dass er unter anderem mit „Star One“ und „Stream of passion“ genug zu tun haben wird.

„Timeline“ stellt einen hervorragenden Überblick über Ayreons Schwaffenswerk dar. Es zeigt anschaulich die Weiterentwicklung des Ayreon-Projektes unter tatkräftiger Mithilfe von Musikgrößen wie James LaBrie (zu hören auf „The human equation“), Neal Morse („The universal migrator“) und vielen anderen. Doch obwohl Quantität hier groß geschrieben wird, sind es eben nur Ausschnitte, die das „Best Of“ bietet. Die Story ist zwar gut nachvollziehbar, aber unter musikalischen Gesichtspunkten fehlen einige Highlights, weshalb man sein Geld vielleicht lieber in das entsprechende Album stecken sollte. Andererseits sind die gute Ausstattung, die DVD, der überarbeitete Sound und der neue Song genügend Argumente für den Kauf der Compilation. Wem bei keyboarddominiertem Bombast-Prog vor Entsetzen spontan die Zähne ausfallen, nimmt natürlich auch von dem „Best Of“ Abstand.

Anspieltipps:

  • The two gates
  • Isis and Osiris
  • Waking dreams
  • Day three: Pain
  • First man on earth
  • Day sixteen: Loser
  • Sail away to Avalon
  • And the druids turned to stone
  • The shooting company of captain Frans B Cocq

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