Scream Silence - Apathology - Cover
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Scream Silence Apathology


  • Label: Plainsong/ALIVE
  • Laufzeit: 58 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wieder einmal ist nicht viel mehr als ein Jahr ins Land gezogen und schon präsentiert die Dark/Gothic-Rock-Kombo Scream Silence wieder ein neues Album. „Apathology“ heißt es diesmal und es garantiert auch dieses mal, wofür Scream Silence seit Bandgründung steht: Düstere, dichte Atmosphäre, die gerade auf deutschem Boden ihresgleichen sucht. Noch immer spielen Hardy Fieting (Gesang), Robert Klausch (Gitarre), René Gödde (Gitarre), Hagen Schneevoigt (Bass) und Heiko Wolf (Schlagzeug) wunderbar zusammen und verstehen sich, wie am ersten Tag, das nur noch routinierter.

Spätestens seit den Auftritten Down Belows bei Stefan Raab steht der Gothic Rock auch beim breiten Publikum wieder mehr im Fokus und wenn eine Band davon profitieren könnte, dann bestimmt Scream Silence. Die Voraussetzungen sind ideal, feiert die Band doch ihr zehnjähriges Bestehen und kann dabei auf stolze sieben Alben zurückblicken (der neue Silberling inklusive). Schon mit Aphelia, dem Vorgänger bezauberten sie mit ihrem depressiven Rock und auch das neue Output soll die Fangemeinde vergrößern und Recken mit neuem Material versorgen.

Schon der Opener „The Faint“ zeigt das Level, auf welchem sich Scream Silence instrumental bewegen. Ohne großen Firlefanz oder abgefahrene Riffs wird eine dichte Atmosphäre voller Spannung aufgebaut, die stetig steigt und den 6-Minuten Brocken so abrundet. „Counterfeit“ beweist dann, dass die Jungs das Rezept für einen klassischen Gothic/Dark-Rocker verinnerlicht haben. Das Lied ist keine Offenbarung und Dark Rock wird hier gewiss nicht neu definiert, aber der Song beweist seine Qualitäten durch seine Ausgereiftheit und erinnert an Zeiten der Hochkonjunktur dieses Genres. Nahtlos knüpft sich daran „Apathy“ an, welches fast wie von einer unsichtbaren Vorlage für diese Art von Musik sei. Die Kanten verschwinden beinahe, was auf Dauer ein wenig enttäuscht. So sind diese Songs „nur“ gut.

Überhaupt merkt man dem Album an, das ganz klar nach einem Schema gearbeitet wurde, damit das Album möglichst harmonisch klingt. Da wurde an den Ecken ein wenig zu viel gefeilt, doch das wird beinahe wieder gut gemacht, durch das Gespür für Melodie und den Einsatz der typischen Elemente. Wir reden hier schließlich von Gothic Rock und da kommt man um Keyboardklänge nicht herum, nur werden sie hier zeitgemäß eingesetzt und zerreißen nicht, wie bei vielen anderen Bands, das schöne Gesamtbild. Ja, diese Band ist auf jeden Fall erwachsen, nur fehlt es an Überraschungen. Die wunderschöne Ballade „Downfallen“ ist (Überraschung) wunderschön, nur sehr vorhersehbar. Sogar beim ersten Hören weiß man blind, wann Crescendo und Forte sich zu Wort melden.

Dass das kein Zufall ist, macht sich bei der zweiten Ballade „And This Is What We Left Behind“ bemerkbar, denn auch hier greift das System der Vorhersehbarkeit. Das hört sich jetzt alles so wahnsinnig negativ an, ist es aber im Grunde nicht wirklich. Es verhindert einfach nur, dass die deutsche Rockband den Schritt von einer richtig guten Band, zu einer fantastischen tut. Zumindest Variationen sorgen ja schon für gute Laune, wie das etwas härtere „Their Bleakest Sun“ und das es auch ungewöhnliche Klangbilder bei Scream Silence geben kann beweist „The Antagonist“. Auf diesem Niveau wäre wohl niemand darum herumgekommen „Apathology“ ein Meisterwerk zu schimpfen. Dagegen steht aber zu viel Einklang und Harmonie. Der beste Beweis dafür ist das über acht Minuten lange „Euphoria“, welches den Großteil der Zeit viel zu sehr auf Sicherheit geht. Der Instrumentalteil ist zurückhaltend und konventionell und das eigentliche Lied nicht länger als zum Beispiel „Athanasia“ und vom Stil auch nicht viel anders. So nimmt die Band sich die Chance, sich zu steigern und verharrt auf sehr gutem Niveau. Happy Birthday.

Anspieltipps:

  • The Faint
  • Downfallen
  • The Antagonist

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