LaFee - Ring Frei - Cover
Große Ansicht

LaFee Ring Frei


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Jahr 2009 ist noch blutjung, doch der Veröffentlichungskalender will es so, dass bereits am 2. Januar die ersten CD-Neuerscheinungen in die Verkaufsregale gewuchtet werden. Darunter ist auch das dritte deutschsprachige Studioalbum in vier Jahren von Pop-Sternchen LaFee (18), das erneut von der bewährten Studiomannschaft betreut wurde und selbstredend an die Erfolge der vorherigen CDs (über 550.000 verkaufte Einheiten) anschließen soll. Und dafür wurde in der Tat alles getan!

Das Konzept wurde weder musikalisch noch textlich auch nur einen Deut verändert. Alles bleibt gleich! Die Symbolik ist zwar noch einen Tick düsterer geworden, doch diesen Gothic-Touch scheint Christina Klein irgendwie zu mögen. Dazu brachten noch immer tiefer gestimmte Nu-Metal-Gitarren zu vermeintlich inhaltsschwerer Teenager-Lyrik, in der LaFee „ohne falsche Rücksicht mit der Liebe („Scheiß Liebe“), mit ihrem Ex-Freund („Eigentlich“) und der Rivalin („Was hat sie“), mit Klugscheißern, die ihr Leben manipulieren („Hand in Hand“), mit berechnenden Tussis, denen es um alles geht, aber nicht um Liebe („Eiskalter Engel“) und mit allen Spöttern und Zweiflern („Ring frei“) abrechnet“.

So und nicht anders kennt man LaFee und Co. von den vorherigen Alben. Und schon beim 2007er Vorgänger („Jetzt erst recht“) durfte man sich Sorgen machen, dass sich im Vergleich zum 2006er Debüt („LaFee“) alles viel zu ähnlich anhört. Aber das scheint die Fans nicht zu stören, weshalb es auch kein Problem sein wird, dass der „Spaß“ heuer noch einen Schritt weiter geht, so dass der aufmerksame Hörer den Eindruck gewinnen muss, dass für „Ring frei“ Riffs und Melodien kurzerhand recycelt wurden. Aber das ist längst nicht das Schlimmste an diesem Werk. Schließlich praktizieren andere Künstler ein ganzes Leben lang einen Spagat zwischen Selbstplagiat und Ideenlosigkeit.

Viel grenzwertiger ist erneut die Sprache in den Texten, die den erwachsenen Hörer ein ums andere Mal zum Kopfschütteln bringen dürfte. Doch zum Glück, so möchte man erleichtert feststellen, hat LaFee keine erwachsenen Hörer, die mit Jahrhundertlyrik wie nachstehend belästigt werden können: „Pisst du mir ans Bein, dann piss ich zurück“ („Ring frei“), „Du willst in eine Villa mit Pool. Dann treibst du’s mit dem Gärtner, der Chauffeur sieht zu. Und kommt der reiche Sack doch mal früher nach Haus, gehst Du dafür auf die Knie und bläst die Kerze aus“ („Eiskalter Engel“), „Ich bin Mädchen, ich bin Frau. Manchmal Engel, manchmal Sau. Ich bin heiß, ich bin eiskalt, Manchmal jung und manchmal alt. Ich bin Mädchen, ich bin Frau. Manchmal dumm und manchmal schlau. Ich bin sauer, ich bin süß, manchmal nett und manchmal fies.“ („Ich bin ich“) oder (der Knüller) „Ihr alle wollt doch immer nur das Eine, ihr wollt unsere Berge endlich sehn. Ihr alle wollt doch immer nur das Eine, ihr wollt möglichst schnell zum Gipfel gehen. Ihr alle wollt doch nur das Eine, ihr wollt nur an unser Elfenbein“ („Nur das Eine“).

Wir sehen und hören: es bleibt (bis ins kleinste Detail) alles beim Alten, ob’s gefällt oder nicht. Bisher hat sich das Produkt LaFee hervorragend verkauft, also warum sollten die Macher auch etwas daran ändern? Mit der nächsten Goldenen Schallplatte hat sich alles bezahlt gemacht. Das Erfolgsmärchen wird also auch mit „Ring frei“ in die nächste Runde gehen. Wie schön! Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Anspieltipps:

  • Was hat sie
  • Nur das Eine
  • Lieber Gott
  • Hand in Hand
  • Eiskalter Engel

Neue Kritiken im Genre „Pop/Rock“
Diskutiere über „LaFee“
comments powered by Disqus