Satyricon - The Age Of Nero - Cover
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Satyricon The Age Of Nero


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Trotz gespaltener Meinungen (Meisterwerk contra Mittelmaß) zum Vorgänger „Now, diabolical“ (04/2006) halten die mittlerweile auf den Zweierrumpf aus Sigurd „Satyr“ Wongraven (Gesang, Gitarre, Bass) und Kjetil „Frost“ Haraldstad (Schlagzeug) beschränkten Satyricon weiterhin an ihrem ganz eigenen Kurs fest und liefern mit „The age of Nero“ ein dunkelschwarzes Manifest ab, das zwar erneut mit den bekannten Trademarks der Norweger spielt, diese aber nicht immer sinnvoll einzusetzen weiß. Den siebten Silberling der Black Metal-Truppe deswegen von vornhinein als schlecht oder uninspiriert zu bezeichnen wäre allerdings zuviel des Guten. Das „Zeitalter der Schwärze“ (das im Albumtitel enthaltene „Nero“ soll nur als „ein freundliches Nicken in Richtung des Hedonismus im untergehenden römischen Reich“ verstanden werden und hat daher mit dem Kaiser per se nichts zu tun) beginnt nämlich bärenstark.

Peitschenhiebe, diabolisches Lachen und eine donnernde Bassdrum sind das Erste, was dem Hörer um die Ohren fliegt, bevor Satyr seine heisere Stimme erhebt und wohliger Schauer den Körper herunter rieselt. „Commando“ ist jedoch nur ein kleiner Vorgeschmack auf das anschließende „Wolfpack“, wo sich allein die wiederkehrende Zeile „Nightfall / Chaos alive / Demonic / The wolfpack“ ob ihrer dargebotenen Coolness als sicherer Live-Killer entpuppt, gefolgt von „Black crow on a tombstone“, das neben der punktgenauen und kompakten Darbietung die wohl verführerischsten Riffs einer Black Metal-Scheibe seit langem besitzt. In freudiger Erwartung auf einen ähnlichen O(h)rgasmus zertrümmern Satyricon die stets zwischen doomiger Unruhe und pechschwarzer Düsternis angelegte Stimmung jedoch mit Blastbeats und versuchen eben jene Atmosphäre in die nun hereinbrechenden Härte zu kanalisieren.

Dieses Unterfangen schlägt leider fehl und sowohl „Die by my hand“ als auch das im Gegensatz zur Singleauskoppelung leicht abgeänderte „My skin is cold“ können kaum punkten, verheddern sich in monotone Schlagzeugfolgen und fehlenden Enthusiasmus für das eigene Material, was zur Folge hat, dass beide Songs der gesamten Platte einen ziemlichen Dämpfer versetzen und sich äußerst schnell Langeweile breit macht. „The sign of the trident“ hat diese dunklen Vorzeichen aber anscheinend erkannt, gibt sich wesentlich variabler, baut mit tieftönenden Argumenten im Refrain eine brodelnde Unruhe auf und ist in seinen sieben Minuten interessanter als beide Stücke zuvor, sowie die beiden vor sich hin röchelnden Witze „Last man standing“ und „Den siste“ danach. Gerade bei der abschließenden Nummer hätte man von Satyricon etwas mehr erwartet als aufgewärmtes Doom/Black-Geplänkel, das einfach nicht auf den Punkt kommen will. Somit bleibt nur zu sagen, dass „The age of nero“ lediglich ein halbes Meisterwerk geworden ist, das sich dessen aber selber nicht bewusst sein dürfte. Satyr und Frost hätten die Schwachstellen sonst sicherlich korrigiert? Oder etwa nicht?

Anspieltipps:

  • Commando
  • The Wolfpack
  • The Sign Of The Trident
  • Black Crow On A Tombstone

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