Kaizers Orchestra - 250 Prosent - Cover
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Kaizers Orchestra 250 Prosent


  • Label: Kaizer Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das sympathische Sextett aus Norwegen kommt pünktlich zu ihrer ausgedehnten europäischen Herbsttour mit einem Vinyl-only-Livealbum daher, mithin bestückt mit nur zehn Songs. Dass die Kaizers’ sich ihren immer größer werdenden außernorwegischen Bekanntheitsgrad anpassen, ist ja schon seit einigen Jahren zu beobachten. Daher die Tendenz zur immer stärker zurückgenommenen Ausgeflipptheit.

Es ist ja ihr Bühnenrenomée, dass die Kaizers’ groß gemacht hat. Speed-Polka, Verrücktheits-Rock, ein Konglomerat des nervlichen Überreiz, üblicherweise dargeboten mittels möglichst vieler, alltagsgegenständlicher, zum Musikinstrument erklärter Objekte. Und dann für alle Nichtnorweger diese lustige Sprache. Ja, die Kaizers’ waren ein must-know des intellektuellen, über den Tellerrand schauenden, Alternativliebhabers. Komisch daher, weshalb sie ihren Erfolgsweg Schritt für Schritt verließen und sich im weitesten Sinne Normalisierten.

Nun haben sie ihre Entwicklung auch live festgehalten. Das Vinyl-Album „250 Prosent“ hält nicht das, was der Titel verspricht. Auf die Tube wird zwar hier und da noch gedrückt, aber insgesamt erscheinen die Kaizers’ immer mehr als x-beliebig, als einfach nicht mehr der ungewöhnliche Haufen Musiker, für die sie früher so geliebt wurden. „Maestro, Maskineri“, „Volvo I Mexico“, die Hits sind da, aber sie erscheinen seltsam unaufgeregt, eben normalisiert. Auf Wachmaschinen, Bierkästen und ungewöhnlicherem wird auch nur noch äußerst spärlich eingeprügelt. Nein, so gerne man sie einst hatte, „250 Prosent“ ist kein gutes Live-Album, die Entwicklung des norwegischen Sechsers bedauernswert. Vollblutfans greifen zu, alle anderen lieber nicht.

Anspieltipps:

  • Maestro
  • Apokalyps Meg
  • Maskineri

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