QNTAL - Purpurea - Cover
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QNTAL Purpurea


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 144 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Haggard-Frontmann Asis Nasseri die „hohe, kompositorischer Qualität“ von Qntal preist und über die „hervorragende Sängerin“ schwärmt, steht er in Künstlerkreisen nicht alleine da. Auch Mitglieder von Corvus Corax, Schandmaul und L’âme Immortelle bringen in der Ankündigung zum nun erscheinenden Best Of-Album „Purpurea“ der Mittelalter-Elektro Pioniere überschwänglich ihre Begeisterung für die oft zu Unrecht verkannte Band zum Ausdruck, die ursprünglich als reines Nebenprojekt der Deine-Lakeien-Musiker Ernst Horn und Michael Popp ins Leben gerufen wurde.

Für die Veröffentlichung von Purpurea ließen sich Qntal dennoch erstaunlich lange Zeit. Ganze 18 Jahre Bandgeschichte und sechs Studioalben werden in dem umfangreichen 2-CD Set bedacht. Die recht ausgewogene Tracklist nimmt sich dementsprechend auch genug Raum für alle Facetten, die Qntal im Laufe der Zeit für sich entdeckten. Von der Anfangszeit mit Ernst Horn („Unter den Linden“) bis zu Titeln des jüngsten Albums Qntal VI („Ludus“) wurden zudem alle Schaffensphasen in ihrer Vielfältigkeit gebührend abgedeckt. Zwar schwingt in den meisten Titeln ein deutlich-melancholischer Unterton mit („All For One“, „Altas Undaz“, „Departir“), dies entspricht aber auch der Atmosphäre der Studioalben. Dass Qntal die Gothic-Clubs durchaus zum tanzen bringen können, zeigen auf der anderen Seite Titel wie „Sumer“, „Ad mortem festinamus“ und natürlich die großartige Interpretation von Vogelweides „Palästinalied“.

Die zweite CD beinhaltet in erster Linie verschiedene Mixe bekannter Titel wie „292“, „Noit et dia“ und „Ecce Gratum“, die den Liebhabern der Formation einen zusätzlichen Kaufanreiz bieten. Dabei wird das großes Problem der Best-Of Veröffentlichung einer Band wie Qntal deutlich: die als Album-orientierte Formation hat in den letzten knappen zwei Jahrzehnten zweifellos eine Reihe durchwegs guter Alben unter das Volk gebracht. Diese sind allerdings eher als Gesamtkunstwerk zu verstehen. Einzelne, herausragende Stücke, die sich als Material einer solchen Zusammenstellung eignen würden, lassen sich schwer ausmachen.

Dabei ist das Material tatsächlich in sich jederzeit stimmig. Die mittelalterliche Atmosphäre kommt beim Zuhörer an und die elektronischen Elemente ergänzen sich mit den mittelhochdeutschen und lateinischen Texten ohne dabei zu irgendeiner Zeit aufgesetzt zu wirken. Hier haben Qntal Teilen ihrer Konkurrenz einiges voraus. Und in diesem Zusammenhang ist auch eine Veröffentlichung wie „Purpurea“ durchaus relevant.

Anspieltipps:

  • Sumer
  • Palästinalied
  • 292

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