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Reamonn Reamonn


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Zehn Jahre lang schon ist die deutsche Band Reamonn mit dem irischen Frontmann Rea Garvey im Musikgeschäft und konnte die Kritiker und Rezensenten bisher gar nicht überzeugen. Dabei verkauften sich ihre Alben und Tourneen zeitweise wie Nutella-Brötchen bei der Deutschen Fußballnationalmannschaft, doch Mainstream-Softrocker sind leider allgemein verdächtig, keine musikalisch hochwertige Qualität anzubieten.

Reamonn veröffentlichen nun das Studioalbum Nummer Fünf und haben sich von der großen Plattenfirma Universal Studioaufenthalte in Freiburg, Berlin und Vancouver buchen lassen. In Freiburg fummelten Reamonn noch allein an den Reglern und in Berlin standen mit Julio Reyes Copelle (Ricky Martin, Jennifer Lopez) und Christian und Frank Berman (Hanson, Sophie B. Hawkins) als Produzenten zur Verfügung. In Vancouver arbeiteten die fünf Musiker mit Brian Howes (Chris Cornell und Daughtry) zusammen und freuten sich über die zahlreichen Inspirationen der selbst ausgesuchten Zusammenarbeit. Denn Reamonn texten und komponieren alles selbst und haben sich zudem live ein zahlreiches europaweites Stammpublikum erarbeitet.

Reamonn erfinden den Pop/Rock nicht neu, aber ihre Halbballaden besitzen Qualitäten, die geradewegs in die Radiostationen führen. Sie produzieren eingängige ohrwurmartige Musik im positiven Sinne und das auch noch in Serie, das muss man einfach neidlos anerkennen, als gutes Beispiel dient da „Broken“. Der erste Song der CD lässt aufhorchen: Ein sehr bombastischer sogar anfänglich klassisch angehauchter Sound erklingt und mit rockigen Elementen nährt sich beim Hören die Hoffnung, dass Reamonn vielleicht auch mal härtere und komplizierte Töne im Verlauf des Silberlings anschlagen. Nein, so richtig hart rocken und verkomplizieren die Schwaben um den Sänger Garvey immer noch nicht, obwohl sie schon bei „Faith“, „Broken“ und „Set of Keys“ erstaunlich rockige Ansätze zeigen.

Bei „Broken Stone“ versuchen sich Reamonn in einem guten Laut-Leise-Kontrast und überzeugen durchaus damit. Die klassischen Balladen wie „Through the eyes of a child“ oder „Serenade Me“- inklusive Gospelchor- leben von der stimmlichen Ausstrahlung Garveys, der wie immer hoch emotional performt und eindeutig die Tracks mit seiner Stimme im Griff hat. Genug des Lobes, jetzt kommen wir zur Kehrseite der Medaille: Einige Tracks klingen derart gefällig, dass sie schnell in Gefahr geraten, vergessen zu werden. Die bösen Kritiker werden sich also wieder aufregen und den Mainstreammüll Marke Reamonn verreißen, aber Reamonn schaffen wirklich ein solides Album, dass nach einigem Hördurchgängen durch musikalische Abwechslung gepaart mit Altbewährtem auffällig wird.

Anspieltipps:

  • Faith
  • Serenade Me
  • Broken

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