Ryan Adams - Cardinology - Cover
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Ryan Adams Cardinology


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Inzwischen beim 10. Album angekommen, erhält Ryan Adams wieder Unterstützung von seiner mittlerweile festen Hausband The Cardinals.

Ryan Adams (35), das Arbeitstier zwischen Genie und Wahnsinn, veröffentlicht seit mehr als einer Dekade mindestens ein Album bzw. eine EP pro Jahr. Und wenn es geht, spielt er auch noch auf den Platten anderer Künstler mit (z.B. auf Willie Nelsons „Songbird“). Damit legt der Sänger, Songschreiber und Produzent ein schier unglaubliches Pensum vor – und noch längst ist nicht alles veröffentlicht, was der Maniac in der vergangenen Jahren geschrieben und aufgenommen hat. So warten die Fans – ähnlich wie bei Neil Young – schon seit Ewigkeiten auf ein Box-Set mit allen liegengebliebene Perlen. Doch anstatt großer musikalischer Schatzkisten, erscheinen heuer doch „nur“ ein neues Live- (Neil Young) bzw. Studioalbum (Ryan Adams).

Inzwischen beim 10. Album angekommen, erhält Ryan Adams wieder Unterstützung von seiner mittlerweile festen Hausband The Cardinals (die Gitarristen Jon Graboff und Neal Casal sowie Chris Feinstein am Bass, und Brad Pemberton an den Drums), was sein Label – warum auch immer – nicht so gerne sieht und deshalb schon mal dreist unterschlägt wie beim Vorgänger „Easy Tiger“ (06/2007). „Cardinology” sollte gar nur unter dem Namen The Cardinals erscheinen. Doch auch hier zog das Label nicht mit. Wer glaubte, einen Ryan Adams gäbe es nur ganz oder gar nicht, sieht sich also getäuscht. Wenn der 35-Jährige seiner Plattenfirma schon jedes Jahr ein neues Album auf den Tisch legt, will diese wenigstens einen Namen draufdrucken, der sich leichter vermarkten lässt als eine Rockband, die kaum einer kennt.

Vielleicht sollte Herr Adams einfach mal in sich gehen und zwischen zwei Werken etwas mehr Zeit vergehen lassen. Denn neben einigen ganz hervorragenden Songs gesellen sich auch auf „Cardinology“ wieder zu viele gepflegte Langweiler, die ein Genie wie Adams nicht nötig hat. So wechseln sich von Beginn an Highlights wie „Born into a light”, „Fix it” und „Magick” mit schunkeligen Countrysongs wie „Evergreen“, „Go easy“, „Let us down easy“ oder den unentschlossen wirkenden „Cobwebs“ und „Sink ships“ ab. Selten kann Adams seine Genialität über die Länge eines ganzen Songs retten. Er verzettelt sich immer wieder mit Neo-Country-Anlehnungen und große Substanz und lebt allzu sehr von Inspirationsquellen wie den Rolling Stones („Magick“), Neil Young („Born into a light”) und Willie Nelson („Let us down easy”). Damit beraubt er sich seiner eigenen Identität und liefert ein Album ab, das wie ein Tribut an nie veröffentlichte B-Seiten oben genannter Künstler klingt. Und das muss nun wirklich nicht sein!

Anspieltipps:

  • Fix it
  • Magick
  • Cobwebs
  • Crossed out name
  • Born into a light

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