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Egotronic Egotronic


  • Label: Audiolith/Broken Silence
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Album Nummer 3, schlicht „Egotronic“ betitelt, geht in die Vollen.

Dass Electro-Punk durchaus Erfolge feiern kann, dürfte längst bewiesen sein. In den letzten Monaten ist aber ein weiteres Aushängeschild immer präsenter geworden. Mit ihrem Song „Raven gegen Deutschland“ und dem Remake davon, „Kotzen“ (feat. Hardcore-Legende Walter Schreifels), dürften die Berliner Egotronic auch abseits von Demonstrationen ihren Ruf als politisch motivierte Feierwillige mit einem deutlichen Hang zum Rave gefestigt haben. Einfache Parolen dominieren die Texte, welche neben der Vereinfachung von Politik auch mit Drogen-Geschichten für eine deutliche Sprache sorgen. Musikalisch brettern die Beats und Sequencer, so dass man sich schnell für die Musik begeistern kann.

Album Nummer 3, schlicht „Egotronic“ betitelt, geht gleich beim Opener „Berlin Calling“ in die Vollen. Bei dieser Basslastigkeit und gekonnten Breaks bekommt man Laune zum Tanzen, wobei auch der Text nicht uninteressant ist. Klingt zumindest nach einer Kritik von städtebezogenem Hype. Weiter geht es mit „Kotzen“, wo sich Walter Schreifels (Gorilla Biscuits, Youth Of Today, Quicksand, Rival Schools) als Gast-Vokalist die Ehre gibt. Genau wie beim Opener greift die Tanzbarkeit mächtig um sich, wobei das Hauptaugenmerk auf überaus simplen Strukturen liegt und nach einiger Zeit abseits vom Club und Demonstrationen für Langeweile sorgt. Inhaltlich könnte man sicher konkreter werden, wenn man schon verständlicherweise den Nationalwahn hinterfragt. Für explizite Dinge, die in Deutschland und nicht nur dort falsch laufen, wäre sicher Platz gewesen.

Dafür gibt es bei „Es Muss Stets Hell Für Gottes Auge sein“ eine bildlich ausformulierte Abrechnung mit dem Überwachungsstaat und auch musikalisch darf wieder etwas Luft geholt werden. Glockenklänge und ein lässiger Beat lassen mehr Harmonien durchscheinen und überzeugen mit spielerischer Ausrichtung, was auf eine deutlich längere Haltbarkeit im Gegensatz zu so manch anderem Song auf „Egotronic“ hinweist. „Tanzen Gehen“ wird dagegen schon schneller das Zeitliche im persönlichen Airplay-Kosmos segnen und zeigt, dass NDW-Nonsens bei weitem nicht immer funktioniert. Doch wo Schatten ist, gibt es auch Licht, wie im weiteren Verlauf der Synthie-Pop versus Electro-Song „What I Don´t Do“ mit unwiderstehlicher Hookline und der Stakkato-Electropunk von „Unser Spaß Sieht Anders Aus“ zeigen. Alles in allem ein schwungvoller Longplayer, der Freunde des straighten, punkigen Beats begeistern kann, doch unter´m Strich ausschließlich auf den Club abzielt.

Anspieltipps:

  • Es Muss Stets Hell Für Gottes Auge Sein
  • Rampue vs Egotronic
  • What I Don't Do
  • Unser Spass Sieht Anders Aus

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