Six Feet Under - Death Rituals - Cover
Große Ansicht

Six Feet Under Death Rituals


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Six feet under war immer eine Band, die mich auf die ein oder andere Art und Weise faszinierte. Hauptverantwortlich hierfür ist natürlich Sänger Chris Barnes, dessen Growls schon immer einzigartig und nicht von dieser Welt waren. Klar hatte man meistens das Problem, mehr als zehn Wörter pro Lied erkennen zu können. Aber die ohnehin abschreckenden Titel der Songs haben mich auch selten dazu bewegen können, näher mit den Texten auseinander zu setzen. Nachdem jedoch die letzten beiden Alben eher mittelmäßig waren, hatte ich eigentlich schon mit den vier Amerikanern abgeschlossen. Doch nach dem ersten Durchlauf ist man wirklich positiv überrascht, nach zehnmal hören sogar größtenteils begeistert von „Death rituals“.

Schon der Opener „Death by machete“ kommt nach einem ruhigen Intro immer mehr in Fahrt. Death Metal gepaart mit einer Spur Thrash und abwechslungsreichem Songwriting lässt auf mehr hoffen. Und mit „Involuntary movement of dead flesh“ kommt auch im Anschluss eine ziemlich eigenwillige Nummer. Barnes Stimme klingt am Anfang, als ob man einen Hund zu sehr hin und her schüttelt und dieser dadurch unkontrollierte Laute ausstößt Musikalisch weiß die Nummer vor allem durch Schlagzeuger Greg Gall zu überzeugen. „Non will escape“ ist dann wieder Death Metal in Reinkultur und gleichzeitig das erste Stück, bei welchem Barnes wieder seine Quiek-Stimme vom Stapel lässt. Die einen können gar nichts mit seiner Art zu singen anfangen, die anderen finden ihn genial. Bemängeln werden muss allerdings, das die Vocals im Vergleich zur Musik, auch wenn es der Morbidität noch das I-Tüpfelchen aufsetzt, doch ein wenig zu deutlich in den Vordergrund gemischt wurden. Mit „Eulogy for the undead“ geht es auf ebenso hohem Death-Metal-Niveau weiter.

Dabei ist die Einfallslosigkeit des letzten Albums scheinbar gänzlich gewichen. Eigentlich unglaublich, dass es die Truppe aus Florida schafft, sich in solch einer Deutlichkeit vom letzten Album abzuheben. Bei „Seed of filth“ wird das Tempo deutlich eingebremst und über die Dauer von fünf Minuten ist die Nummer etwas ermüdend. Glücklicherweise handelt es sich hierbei allerdings um den einzigen schwachen Song der Platte. Das die Verschmelzung von Rock’n’Roll und Death Metal funktionieren kann, beweisen sie mit dem folgenden „Bastard“, im Übrigen eine Coverversion eines Mötley-Crüe-Klassikers. Der Sprecher vom Telefoninterview im Intro von „Shot in the head“ ist kein geringerer als Iggy Pop. Hier wird gethrasht was das Zeug hält und ein geiles Riff nach dem Anderen aus dem Ärmel geschüttelt. Mit „Murder Addiction“ findet die Scheibe dann auch noch einen sehr guten Abschluss.

Six feet under haben die Kurve gekriegt. Natürlich ist Barnes Stimme wenig abwechslungsreich, kaum zu verstehen und wird immer genügend Leute von der Band abhalten. Aber gleichzeitig ist es das Markenzeichen der Amerikaner mit dem sie sich schon immer deutlich von anderen Bands des Genres abgrenzen konnten. Songwritingtechnisch haben sie diesmal einen riesen Schritt getan. Daumen hoch für eine der interessantesten Bands des Genres!

Anspieltipps:

  • None will escape
  • Eulogy for the undead
  • Glass Skin
  • Murder Addiction

Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „Six Feet Under“
comments powered by Disqus