The Living End - White Noise - Cover
Große Ansicht

The Living End White Noise


  • Label: Dew Process/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die australische Punkrockband The Living End hat bis dato fünf Studioalben veröffentlicht, von denen zwei den ersten Platz der heimischen Charts errangen. Ihr aktuelles Werk „White Noise“ wurde am 22. Juli 2008 in Japan und Australien veröffentlicht und kommt nun, fast ein Jahr später, auch bei uns offiziell auf den Markt. Die Gruppe wurde 1994 von Chris Cheney (Gesang, Gitarre) und Scott Owen (Bass, Gesang) gegründet und wird aktuell von Drummer Andy Strachan komplettiert. Ihren Durchbruch feierte The Living End mit der Single „Second solution“, die als meistverkaufte Single Australiens in die Geschichtsbücher einging. Es folgten diverse Gold- und Platinauszeichnungen – und irgendwann der große K.O.

Die Aufnahmen zu „White Noise“ sollten im Jahr 2007 beginnen, doch Hauptsongwriter Chris Cheney befand sich in einem kreativen Loch. Eine Pause wurde nötig, die sich letztendlich über ein halbes Jahr hinzog. Erst auf Rat des Produzenten John Agnello (The Hold Steady, Sonic Youth, Dinosaur Jr.) begab sich die Band Anfang 2008 in die Water Music Studios in Hoboken, New Jersey, wo innerhalb von nur drei Wochen die Vorproduktion zu „White Noise“ stattfand. Die eigentlichen Aufnahmen, die live im Studio stattfanden, gingen in einer weiteren Woche vonstatten. Soundingenieur und Produzent Brendan O’Brien (Rage Against The Machine, Pearl Jam, Bob Dylan, Korn, Soundgarden) brauchte dann noch mal acht Tage und die elf Songs waren fertig abgemischt.

„White Noise“ lässt die ursprünglichen Rockabilly- und Punkrock-Einflüsse der frühen Living-End-Tage geflissentlich zurück und orientiert sich mehr am Hardrock der 70er Jahre, kombiniert mit einer sehr hymnischen bzw. poppigen Note. Verbunden mit der unbestrittenen Dicke-Hose-Produktion firmiert so etwas gemeinhin unter „Power Pop“, der kommerziellen Variante des Punkrock. Und in der Tat ist der neue Sound von The Living End trotz Live-Aufnahme arg rundgelutscht und kantenfrei, was die Freude an den zweifelsfrei vorhandenen tollen Melodien ein bisschen trübt.

Mit Songs wie „Loaded gun“, „Kid“, „Make the call“, „Moment in the sun“ und „How do we know“ beweisen die Australier ihr kommerzielles Potenzial und feine Händchen für eingängige Songs. Dass das außerhalb ihrer Heimat noch nicht vielen aufgefallen ist, geht als eines von vielen Phänomen der Musikbranche durch. Aber wirklich wundern muss sich auch nicht, da zum Beispiel die letzten beiden Alben bei uns gar nicht erhältlich waren. Sei’s drum! „White Noise“ deutet das Talent des Aussie-Trios jedenfalls mehr als an – nur die Umsetzung darf beim nächsten Mal gerne etwas knackiger ausfallen.

Anspieltipps:

  • Loaded gun
  • Make the call
  • How do we know
  • Hey hey disbeliever
  • Moment in the sun

Neue Kritiken im Genre „Rock“
5.5/10

Into The Great Unknown
  • 2017    
Diskutiere über „The Living End“
comments powered by Disqus