Zonaria - The Cancer Empire - Cover
Große Ansicht

Zonaria The Cancer Empire


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wow, die Jungs von Zonaria hämmern auf ihrem zweiten Album wieder einmal richtig was zusammen. Warum es trotzdem nicht für eine Spitzenbewertung reichte, wollen wir im Folgenden klären: Gegründet wurde Zonaria 2002 von den beiden damals 15-jährigen Gitarristen Simon Berglund und Emil Nyström. Nach einem scheinbar nicht unattraktiven Demo wurde eine amerikanische Plattenfirma namens Pivotal Recordings auf die junge Band aufmerksam. Daraufhin erschien im September 2007 ihr Debüt „Infamy and the breed“ mit dem sie die Aufmerksamkeit von Century Media auf sich ziehen konnten. Die Mischung aus Dimmu Borgir und Hypocrisy war auch nicht zu verachten. Lediglich ein gutes Jahr später erscheint nun der Zweitling „The cancer empire“, an dem die Erwartungen natürlich dementsprechend hoch angesiedelt sind.

Es rappelt kräftig in der Kiste der Schweden, denn diesmal wird nach einem kurzen Intro gleich Vollgas gegeben. Dabei ist die Nähe zu Dimmu Borgir weiterhin unbestreitbar, stehen doch die tiefen Keyboardklänge neben den Growls von Berglund ganz oben auf der Rangliste der Truppe. „Slaughter is passion“ hat jedoch auch einige Schattenseiten, in erster Linie die schwachen cleanen Gesänge, denen es an jeglichem Druck mangelt und die leicht vordergründigen Keyboards. Schade drum, denn das raubt dem Stück einen gewissen Schwung. Das sich anschließende „Praise the eradication“ nimmt ein klein wenig Tempo, aber nicht im Geringsten Druck heraus. In dem Song stellt Drummer Emanuel Isaksson sein Können mit akzentuiert eingesetzten Schlagzeugpassagen unter Beweis.

Nun aber für einen Moment genug der Lobhudelei, denn was man nach einigen Durchläufen, wenn man sich nicht mehr von der grandiosen Produktion blenden lässt, feststellt, sind die oft zerrissen wirkenden Songs, ohne tiefere Seele. Das mag vernichtend klingen, allerdings passiert es einem, wie in „Contra Mundum“, das man aufgrund der vielen verschiedenen nicht harmonierenden Teile den Überblick verliert und auch nie wieder erlangt, denn zu wenig wollen die Parts zusammen passen. Das gerade genannte Stück wirkt darüber hinaus auch noch mehr als Überladen. Diese Kritikpunkte können das positive Gefühl nicht verschwinden lassen, allerdings schrumpft es dadurch deutlich zusammen. Die Fahne wird ab „Damnation dressed in flesh“ glücklicherweise wieder ein Stück herum gerissen. Und auch das folgende „Humanity vs. Sanity“ und das im Midtempo angesetzte Abschlusslied „The icon and the faceless“ sorgen für einen deutlich positiven Ausgang des Albums.

Zusammengefasst liefern Zonaria auf ihrem Zweitling einen trotzdem noch einen guten Job ab. Dabei klingen sie wesentlich eigenständiger als noch vor einem Jahr. Und wenn es auch vieles gibt, was nicht perfekt gelaufen ist, so muss man sich doch immer wieder vor Augen halten, dass diese Jungs gerade einmal die Zwanziger-Marke überschritten haben und noch genügend Zeit haben, ihrem Stil den letzten Schliff zu verpassen. Spaß macht das Album auf alle Fälle und sollte für Fans von Dimmu Borgir durchaus als Überbrückung zum nächsten Album ein Betracht gezogen werden.

Anspieltipps:

  • Praise the eradication
  • Damnation dressed in flesh
  • The icon and the faceless

Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „Zonaria“
comments powered by Disqus