The Killers - Day And Age - Cover
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The Killers Day And Age


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die trauen sich etwas: The Killers aus Las Vegas begeisterten bei Ihrem Debütalbum „Hot Fuss“ mit Synthesizer getränktem Rock, der aus England zu stammen schien. Danach kredenzten sie mit „Sam's Town“ eine reinrassige, erdige Rock-CD, die auch vor mehrstimmigen Gesang nicht halt machte. Außerdem gab es die Raritätensammlung „Sawdust“ zu bestaunen, die sie einfach so zwischendurch veröffentlichten. Nun verpflichteten sie für ihr neues Studiowerk tatsächlich Stuart Price als Produzenten, der Madonnas letzten Silberling auf dem Kerbholz zu verzeichnen hat.

Was soll das bedeuten? Nun, es gibt jetzt richtige chartkompatible Popmusik im Hause von Sänger Brandon Flowers und Konsorten auf die Ohren. Die erste Single „Human“ nervt einen so lange bis man sie gut findet, pure Eingängigkeit durch Disco-Popmusik nennt man das wohl. Dabei ist der Track eher einer der schwächeren Sorte, denn der locker-luftige Karibik-Song namens „Joyride“ wäre da die bessere Wahl gewesen. „Dustland Fairytales“ wartet anfangs mit Pianoklängen auf, die von rockigeren Tönen inklusive Geigen abgelöst werden, eine kleine Bombasthymne entstand dabei, die wirklich Qualität besitzt und am ehesten zu der musikalischen Vergangenheit der Killers passt.

„I can't stay“ gehört ebenso zu der Kategorie „Überraschung“, denn hier verblüfft die Band mit karibischen Steeldrums (!) und locker-flockigen Popmusik-Sommer-Klängen inklusive Saxophon, da entspannt man gleich beim Zuhören! Nicht in das Schema des Longplayers passt eindeutig der absolut düstere und tempoarme Schlusstrack „Godnight, travel well“, das recht deplaziert neben den aufreizend lässigen Ohrwürmern des dritten Streiches der Las Vegas-Combo wirkt. Es ist wirklich schwierig zu begreifen, warum Flowers und seine Mannen das rockige Erfolgsrezept vom Vorgänger „Sam's Town“ anscheinend nicht wiederholen wollten, zu anders und manchmal zu oberflächlich klingen die zehn Songs.

Die gute stimmliche Performance von Brandon Flowers reißt sicher einige der schwächeren Tracks aus dem Durchschnitt, doch bleibt die Erkenntnis, dass die intensiven Hörmomente der Vergangenheit angehören. Nach einigen Hördurchgängen bleiben sicher einige Melodiebögen im Ohr, aber reicht das wieder für eine überdurchschnittliche Platte? Mitnichten, denn trotz des Killer'schen Talentes für melodieselige Momente muss doch festgehalten werden: The Killers haben sicher Mut bewiesen, so eine Kehrtwende im Sound zu vollziehen, nur die Qualität kann nicht mit den Vorgängern mithalten, soviel steht fest. Es bleibt aber trotzdem eine interessanter Versuch, das Popmusikgenre anzugreifen, absolut überzeugend ist es aber leider nicht geworden, weil man schon einige Songs schneller vergisst als einem lieb ist. Nichtsdestotrotz retten sich die Amerikaner durch ihr Songwritertalent doch über die 6-Punkte-Marke, denn komponieren verlernt man nicht und so einen richtig schlechten Song weisen sie nicht auf.

Anspieltipps:

  • Joy Ride
  • I can't stay
  • A Dustland Fairytale

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