The Doors - Live At The Matrix 1967 - Cover
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The Doors Live At The Matrix 1967


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 110 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Es war Anfang März des Jahres 1967, als eine blutjunge Band aus Kalifornien an zwei Tagen in einem kleinen Schuppen namens „The Matrix“ in San Francisco spielte. Das Debütalbum der Jungs war erst seit ein paar Wochen auf dem Markt, eine Hitsingle ließ aber noch auf sich warten, weshalb das Matrix nicht gerade üppig besucht war. Dennoch liegt hier die Live-Geburtsstunde einer Band, deren Auftritte im Matrix zu den am meisten gebootlegten Shows aller Zeiten werden sollte: The Doors.

Diese Shows liegen nun, mehr als 40 Jahre später, erstmals als offizielles Album vor. Allerdings nur in Ausschnitten, was bei Hardcore-Fans für lange Gesichter sorgen dürfte, und offenbar auch nicht als die beschworenen First Generation Mastertapes, sondern als restauriertes Bandmaterial aus anderen Quellen. Deshalb kann mehr als ein mittleres Bootleg-Niveau nicht erwartet werden. Doch das ist egal! Im Vergleich zu den kursierenden Schwarz-Mitschnitten, ist „Live At The Matrix ’67“ ein Quantensprung, der eine junge und hungrige, unschuldige und unverdorbene Rockband zeigt, die vor allem eins hatte: den Blues! So ist es kein Wunder, dass neben eigenen Songs diverse Klassiker wie Bo Diddley’s „Who do you Love”, Muddy Waters’ „I’m a king bee” und Allen Toussaint’s „Get out of my life woman” – die niemals auf Doors-Alben erschienen – zum Besten gegeben wurden.

Auch das Doors-Material wurde live on Stage überarbeitet und mit zusätzlichen Texten und Jams erweitert („The end“, „Back door man“). Zudem kamen verschiedene Songs zum Einsatz, die erst auf späteren LPs das Licht der Welt erblicken sollten, darunter gut die Hälfte des kommenden, zweiten Doors-Albums „Strange Days“. Aber auch spätere Kultstücke wie „Crawling king snake” („L.A. Woman”, 1971) und „Summer’s almost gone” („Waiting For The Sun”, 1968) wurden bereits gespielt. Damit wird klar, warum dieser Konzertmitschnitt eine magische Anziehungskraft auf Doors-Fans ausübt, auch wenn dem einen oder anderen der Jam-Charakter mit schier endlosen Orgelsoli oder der rauschende Klang der CDs etwas missfallen könnte.

Fakt ist: Am 7. und 10. März 1967 wurde Geschichte geschrieben. Jim Morrison galt noch nicht als Schamane und die Band hatte noch längst nicht die Ausstrahlung ihrer späteren Auftritte erreicht. Auf dem Papier werkelte hier nur eine von vielen Newcomerbands nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor sich hin. Zu der Zeit konnte noch keiner ahnen, dass mit Veröffentlichung der Single „Light my fire“ ein Erdrutsch losgetreten und die Doors zum Mythos werden sollten.

Anspieltipps:

  • Close to you
  • Moonlight drive
  • Back door man
  • Summer’s almost gone
  • When the music’s over
  • Get out of my life woman

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