Lisa (Left Eye) Lopes - Eye Legacy - Cover
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Lisa (Left Eye) Lopes Eye Legacy


  • Label: Mass Appeal
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Sie gehört zu den Künstlern, die viel zu früh das Leben verlassen mussten. Oftmals sind gerade die betroffenen Menschen darüber hinaus besondere Persönlichkeiten. So liegt es nicht nur an Lisa Lopes großen Erfolg mit der Gruppe TLC, dass sie heute oft in einem Atemzug mit Künstlern wie Aaliyah, Tupac Shakur und Notorious B.I.G. genannt wird. Ihre Solokarriere stand zum Zeitpunkt ihres tragischen Autounfalls im April 2002 in Honduras noch am Anfang. Erst 2001 veröffentlichte sie ihr erstes Album „Supernova“, welches nach Differenzen mit ihrem Label aber nur im UK und in Japan veröffentlicht wurde.

Nachdem sie von Arista Records zu Tha Row Records, dem Label des ehemaligen Death-Row-Chefs Suge Knight, wechselte, begann sie die Aufnahmen zu ihrem zweiten Soloalbum unter dem Pseudonym N.I.N.A. (New Identity Not Applicable). Zu einer Veröffentlichung kam es aufgrund der tragischen Umstände nicht mehr. Für das posthume Projekt „Eye Legacy“ gab ihre Famile schließlich das aus dieser Zeit stammende Material frei. Dafür versammeln sich einige Freunde und Bekannte, sowie ausgewählte Künstler als Gäste auf dem Album. Selbst ihre jüngere Schwester Reigndrop Lopes ist auf der sehr stumpfen und elektronisch angehauchten Promo-Single „Crank It“ vertreten. Auch die einstigen Kolleginnen von TLC dürfen natürlich nicht fehlen und finden sich zusammen mit Missy Elliott auf der ersten offiziellen Single „Let‘s just do it“ wieder. Das klingt nach dem Soundtrack eines dieser futuristischen Nike-Werbeclips. Zu dem vielleicht bekanntesten Song ihres ersten Albums, „Block Party“, gibt es einen sommerlichen Remix, zusammen mit Shooting-Star Lil‘ Mama, der aber nicht an das Original herankommt. Posthume Remixe bekannter Songs sind sowieso ein risikoreiches Wagnis, das meistens nach hinten losgeht.

Auch wenn damit die zentralen Songs beschrieben sind und diese einen eher durchschnittlichen Eindruck hinterlassen, liegt der Wahre Schatz mal wieder hinter der äußeren Fassade. Titel wie „Spread Your Wings“, „Forever“, „Neva Will Eva Eva“ oder auch „In The Life“ vermitteln ein befreiendes Gefühl und bieten damit tolle Musik, die den zeitlosen Touch eines guten posthumen Werks ins Schwarze treffen. Auf der anderen Seite ist es beim Erleben dieser Songs natürlich schade zu wissen, dass es von dieser Künstlerin keine neue Musik mehr geben wird.

Ein Album zwischen purem Durchschnitt und zeitloser, toller Musik. Es findet sich kein roter Faden, wie es so oft bei posthumen Werken ist. An manchen Stellen wirkt das Album zudem ein wenig künstlich, auch typisch. Dank ihrer starken Persönlichkeit schafft es Lisa Lopes fast während der gesamten Spielzeit bis zum Hörer durchzudringen und setzt damit, knapp sieben Jahre nach ihrem Tod, einen würdigen Schlussstrich unter ihre Karriere.

Anspieltipps:

  • Spread Your Wings
  • Forever
  • Neva Will Eva Eva

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