Sugababes - Catfights And Spotlights - Cover
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Sugababes Catfights And Spotlights


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das neue Studioalbum der Sugababes ist in England, dem Heimatland der drei Kätzchen, bereits seit zwei Monaten auf dem Markt. So richtig mitbekommen hat das hierzulande aber kaum jemand, da – ungewöhnlich für die Sugababes – bis dato eine echte Hitsingle als Antreiber fehlt. Dennoch ist „Catfights And Spotlights“ auch in Deutschland bereits seit der UK-Veröffentlichung „ganz normal“ im Handel erhältlich, auch wenn das aufgrund der Heimlichkeit (keine Promotion von Seiten der deutschen Plattenfirma) an den meisten wohl oder übel vorübergegangen ist.

„Soft Release“ nennt man dieses Spielchen der Schallplattenindustrie, mit dem sich die Majorlabels eigenhändig austricksen, um, wie sie sagen, Importe zu vermeiden. Wirklich nützen tut dies freilich kaum, da sich nicht gerade wenige Fans am Ende doch über den wesentlich günstigeren Import-Weg eindecken, so dass der selbst verschuldete Flop aus Hitparadensicht vorprogrammiert ist. „Offiziell“ steht der sechste Studio-Longplayer der drei Engländerinnen immerhin seit dem 2. Januar 2009 bei uns in den Läden. Nur gemerkt hat es irgendwie noch keiner. Das ist umso ärgerlicher, standen die drei Babes doch immer für innovative Ideen durch die Verpflichtung junger, hipper Produzenten und Songschreiber wie z.B. Orson-Sänger Jason Pebworth. Das reichte in der Vergangenheit locker für drei bis vier veritable Radiohits pro Album und das gute Gefühl, dass das Girlgroup-Dasein auch ohne nervendes Brimborium á la Spice Girls, Queensberry und Co. vonstattengehen kann.

Bei diesen Vorzeichen mutet es etwas enttäuschend an, dass „Catfights And Spotlights“ jetzt auch noch auf den Sixties-Soul-Pop-Zug aufspringt, obwohl diese Sau bereits zur Genüge durchs Dorf getrieben wurde. Das kann eigentlich nicht gut gehen, auch wenn Duffy-Produzent Steve Booker ab und zu seine Finger mit im Spiel hat („Sunday rain“, Sound of goodbye“). Doch zum Glück, muss man konstatieren, treiben die Sugababes ihren Retro-Ausflug nicht auf die Spitze. Das wäre zum einen nicht sonderlich glaubhaft und zum anderen auch schrecklich langweilig. Sorgetragend für diesen ausgleichenden Kurs ist die schwedische Hit-Fraktion bestehend aus Klas Ahlund und Max Martin, die dem Pop-Schnellboot von der britischen Insel seine angestammte Fahrrinne zuweist. Und das ist gut so, selbst wenn es hier und da ein paar schlimme Kröten wie den platten Boller-Beat-Pop im Stil der abgrundschlechten Aqua („Hanging on a star“) oder eine uninspirierte Halbballade wie „Unbreakable heart” zu ertragen gibt.

Und siehe da, am Ende stimmt die übliche Sugababes-Album-Ausbeute mit einer guten Handvoll Hits im Anschlag doch wieder. Nämlich wenn Songs wie die Motown-inspirierten „Girls” und „Nothing‘s as good as you“, der Booker/Duffy-Sound in „Sunday rain” oder die fetten US-R&B-Beats in „Side chick“ und „Can we call a truce“ funktionieren. Dann bekommen die Sugababes genau im richtigen Augenblick die Kurve, um keinen müden Abklatsch der 2008er Retro-Soul-Welle abzugeben. Nein, sie haben wieder einmal diesen einen Funken mehr an innovativen Ideen investiert, die das Trio von der breiten Masse überflüssiger (und zumeist gecasteter) Girl- und Boygroups unterscheidet. Wobei, dazu reicht allein der Bonus Track „About you now“ in einer neuen Akustikversion. Wer da keine Gänsehaut bekommt soll bitte zum Arzt gehen.

Anspieltipps:

  • Side chick
  • Sunday rain
  • You on a good day
  • Every heart broken
  • Nothing‘s as good as you

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