Kreator - Hordes Of Chaos  - Cover
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Kreator Hordes Of Chaos


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Danke, Kreator, für ein weiteres gutes Werk, das sich zu Recht in eure musikalische Geschichte mit einreihen darf!

26 Jahre haben die Thrash-Metaller Kreator um Sänger/Gitarrist Miland „Mille“ Petrozza nun schon auf dem Buckel und sind damit neben Sodom und Destruction die wohl dienstältesten und bekanntesten Metaller unserer Nation. Nach so einer langen Zeit immer noch den nötigen Schwung zu finden und nicht in der Mittelmäßigkeit zu versinken ist eher schwer. Umso bemerkenswerter ist das kontinuierlich hohe Niveau, mit der die vierköpfige Truppe seit Jahren der Musik frönt. Das neueste Werk „Hordes of Chaos“ wurde im Berliner Tritonus Studio unter den wachsamen Augen von Produzent Moses Schneider aufgenommen. Bekannt ist ebenjener als wichtiger Mann an den Knöpfen von Beatsteaks und Tocotronic Produktionen.

Aber keine Angst, die Musik ist nicht weicher geworden. Verhalfen hat der neue Produzent allerdings zur Wiederentdeckung einer seit dem 86er Werk „Pleasure to kill“ nicht mehr angewandten Aufnahmetechnik: Dem Live-Recording, was nichts anderes heißt, als das die Lieder im Studio gemeinsam live eingespielt wurden und der Anteil der Computernutzung deutlich heruntergefahren wurde. Die Konsequenz daraus ist, dass sich das neue Werk in jeder seiner 38 Minuten frisch und frei von überschüssigen Schnörkeln und Ballast anhört. Stehen bleiben und auf dem Erfolg von „Enemy of god“ ausruhen scheint also nicht das Ding der Essener zu sein.

Und so hört sich auch der Opener und Namensgeber an, wie man es von Kreator gewöhnt ist: Nach kurzem, melodischen Intro ist die Ruhe vor der Sturm schnell mit den gewohnten hämmernden Beats, den knackigen, schnellen Riffs und vielen Breaks vorbei. „War curse“ hält das Tempo weiter hoch, verspielt durch seine Ähnlichkeit zum Opener aber einiges an Potential. Das folgende „Escalation“ lässt die Tempozügel etwas lockerer und sorgt damit für gleichzeitig für ein deutlich abwechslungsreicheres Arrangement. Weniger temporeiche Lieder sind eben manchmal einfach deutlich mehr und genau hier liegt der Hauptkritikpunkt des Albums. Die Lieder sind minimalistischer, als noch vor vier Jahren gehalten, was sicherlich der Live-Aufnahmen geschuldet ist. Jedoch geht damit im Zusammenhang mit den Slayer-artigen Blastbeats ein Teil des Potentials des Albums verloren.

Hier könnte in Zukunft gern eine Schippe mehr Detailverliebtheit in die Strukturen der Lieder gesteckt werden. Der raue Sound der Produktion hingegen darf gern auch weiterhin auf diesem Niveau bleiben! Nichtsdestotrotz: „Amok run“ rennt auch dem Zuhörer davon. Wäre jedoch bei dem Text auch unpassend gewesen, wenn sich dahinter ein Midtempo-Liedchen versteckt hätte! Dafür geht „Destroy what destroys you“ einen langsameren Weg und setzt zum Erstaunen die Doublebase gekonnt als Akzentuierung ein. Ein gelungenes Experiment stellt „To the afterborn“ dar, bei welchem nicht nur abermals das Tempo gedrosselt wurde, sondern Mille sich auch einmal an Gesängen versucht und dabei nicht einmal eine schlechte Figur abgibt.

Schlussendlich kann man trotz kleiner Mängel nur sagen: Danke, Kreator, für ein weiteres gutes Werk, das sich zu Recht in eure musikalische Geschichte mit einreihen darf! Das nächste Mal darf‘s gern auch wieder ein paar Minuten länger sein.

Anspieltipps:

  • Hordes of chaos
  • Escalation
  • Destroy what destroys you

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