Coldplay - Prospekt´s March EP - Cover
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Coldplay Prospekt´s March EP


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 28 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Kommerziell motivierte Resteverwertung.

„Prospekt’s March“ hat ein mittelschweres Imageproblem. Denn so sehr Chris Martin und Konsorten auch beteuern, es seien wundervolle Songs auf dieser EP, die sie ihren Hörern unmöglich vorenthalten konnten, so klar haftet ihr doch der Makel an, nichts anderes als kommerziell motivierte Resteverwertung zu sein. Neben fünf neuen Titeln finden sich auf dem (gern auch mit der Wortschöpfung „Mini-Album“ aufgewerteten) Werk drei Variationen von Liedern des Mutteralbums „Viva La Vida“.

Am Interessantesten erscheint von den Neuaufnahmen eine Kollaboration mit Rapper Jay Z, hatte der Ausflug von Chris Martin ins fremde Genre bei der gemeinschaftlichen Produktion des Titels „Homecoming“ mit Kanye West doch durchaus gefallen. Leider wirkt die Rapeinlage von Jay Z im Song „Lost“ völlig uninspiriert und deplatziert. So entsteht der Eindruck, hier sei lediglich schlagzeilenträchtig irgendein beliebiger Rap-Part in ein Lied gemogelt worden, dass sich ob seiner kompositorischen Vollständigkeit verzweifelt gegen solcherlei Verwurstungen wehrt. „Life In Technicolor“ hingegen, auf „Viva La Vida“ noch rein instrumentaler Opener, gewinnt durch die Vocals von Chris Martin seiner optimistischen Melodie tatsächlich eine weitere, nachdenklichere Seite ab – anders als der „Osaka Sun Mix“ von „Lovers In Japan“, der dem Original nichts originelles hinzuzufügen hat. Das nur 48 Sekunden kurze „Postcards From Far Away“ ist ein klassisches Klavierstück, als Fingerzeig zu verstehen, wie klein und zart die anfänglichen Melodien sind, bevor Coldplay sie zu epischen Soundlandschaften ausbauen.

Zu den Titeln „Glass Of Water“, „Rainy Day“ und „Prospekt’s March“ lässt sich zusammenfassend feststellen, dass ihre Nichtberücksichtigung für „Viva La Vida“ nachvollziehbar ist. Zwar ist kein wirklicher Ausfall dabei, doch wirklich begeistern können die Kompositionen eben auch nicht. Die gefühlvolle, sich fast ausschließlich an der Stimme Martins aufrichtende Ballade „Now My Feet Wont Touch The Ground“ wäre hingegen auch für ihr viertes reguläres Album ein durchaus würdiger Abschluss gewesen.

Insgesamt jedoch bringen diese weniger als dreißig Minuten Musik nichts hervor, was eine separate Veröffentlichung als kostenpflichtige EP wirklich rechtfertigen würde. Das hier zusammengestellte Material zur Aufwertung noch zu erwartender Singles zu verwenden, wäre sicherlich die bessere Möglichkeit der Resteverwertung gewesen. So wirkt’s leider eher wie Abzocke - oder freundlicher formuliert: Prospekt’s March hat ein durchaus berechtigtes Imageproblem!

Anspieltipps:

  • Life In Technicolor II
  • Now My Feet Won't Touch the Ground

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