Ijen Martin - Earth Is Fun - Cover
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Ijen Martin Earth Is Fun


  • Label: Solaris Empire
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor über fünf Jahren kamen „Death Cab For Cutie“-Sänger Benjamin Gibbard undJimmy Tamborello auf die brillante Idee zusammen Musik zu machen. Der eine bezauberte in Emo-Pop-Rock-Songs mit seiner sanften Stimme die Hörer und der andere war ein leidenschaftlicher Liebhaber elektronischer Musik. Es entstand ein Elektronika/Pop-Album, das auch fünf Jahre später mit Freude wieder und wieder gehört wird. Und wenn man diese Musik hört, denkt man sofort: Warum schaffen Deutsche es nicht so „international“ zu klingen? Was immer das auch heißen soll. Lange Zeit hat man deutschen Musikern einfach ihre Staatsangehörigkeit angehört.

Ijen Martin ist da einer aus der neuen Musikergeneration, die sich anpassen, ohne ihr Gesicht einzubüßen. Vom ersten Klang an, hört man ein eigenständiges Album, das aus jedem beliebigen Land dieses Planeten kommen könnte. Auf diesem Album findet vieles Verwendung: Vom Xylophon über das vielschichtige Schlagzeug führt es uns bis zu Akkordeon, Synthesizern, Streichern, Steeldrums, (E-)Gitarre und Bläsern. Dazu gesellt sich die zarte Stimme Ijens, welche teils verdächtig stark an eine Gibbard-Kopie erinnert. „Sleep The News“ ist da so was wie die Einstiegsdroge, welches einem Wegweiser gleichkommt. Konventionelle Stränge werden unkonventionell verziert und verpackt und so auf den Hörer gehetzt.

Schon zu Beginn des Albums ertönt auch der Höhepunkt „What It’s For“. Toller Rhythmus, beschwingte Melodie, deren Töne kaum höher sein könnten. Beinahe möchte man meinen, eine Kindermelodie zu vernehmen, doch wenn die hohen Töne sich als Synthie-Streicher offenbaren, wird der Song wieder ansprechend für jedermann. Die Elemente kommen alle sacht hinzu und vermischen sich zu einer tollen Atmosphäre und gerade wenn der Track droht an Ideen auszugehen, kommt ein unerwarteter Break und das Ende wird voller Abwechslung eingeläutet. Ganz starkes Stück Musik! Leider kommt nur noch „A Car To Live In“, als einziger Rocksong, der sich genreübergreifend Bläser zur Verstärkung holt, beweist dieser noch mal was alles in dem jungen Herrn Martin steckt.

Der Rest des Albums ist eigentlich ein ganz normales Popalbum, welches sich verschiedensten Elektroeinlagen bedient. Da gibt es schwächere, zu normale Nummern („Sell What You Love The Most“, „In Love With Love“, „The Miss Sea“) und eben die Lieder, die das Potential klar aufzeigen, in der letzten konsequent dann aber doch zu eintönig sind („I Try To Be Simple“, „Buy Me A Dollar“, „Earth Is Fun“). In so ziemlich allen Liedern steckt aber diese gewisse Leichtigkeit, der Sonnenschein und die Erde macht dann auch wirklich Spaß. Da vergisst man auch gerne mal, dass den Songs noch der letzte Schliff fehlt. Die Songs sind wie viele kleine Kinder, die im Garten spielen. Sie tun sich noch an den Stacheln der Rosen weh, fallen vom Baum herunter und schreien einem dann die Ohren voll, aber lieb haben muss man sie trotzdem, denn sie sind einfach zu niedlich und strahlen so viel Lebensfreude aus. Da kann der Winter ruhig kommen. Wir sind gewappnet, der nächste Frühling wird kommen und so auch der nächste Spaß.

Anspieltipps:

  • What It’s For
  • A Car To Live In
  • Luck Is A Lady

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