Gothminister - Happiness In Darkness - Cover
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Gothminister Happiness In Darkness


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei dem Namen muss man ja wohl nicht mehr großartig herumrätseln, welche Musikrichtung hier zu erwarten ist. Als kleiner Schubser in die tichtige Richtung sei aber erwähnt, dass der Norweger Bjorn Alexander Brem mit seiner Band wohl fleißig ältere Rammsteinplatten gehört hat. Was Bjorn Brem (Bass, Gesang), Bjorn Aadland (Gitarre), Chris Dead (Schlagzeug) und die Keyboarder Halfface und Android auf ihrem neuen Album „Happiness In Darkness“ fabrizieren erinnert nämlich streckenweise stark an den frühen Sound der Berliner Ausnahmeband.

Man nehme eine Prise Industrial, gebe sich stets dem düsteren Ambiente des Gothic hin und die Synthesizer entführen einen dann immer auf die Tanzfläche der 90er Jahre. Was die Skandinavier da dann aus der Anlage dröhnen lassen ist allein durch en Industrialteil tanzbar, wird aber geschickt um Elemente erweitert, die Gothic-Fans die Eingewöhnung sehr erleichtert. Wer sich also selbst als Acid-Goth beschreiben wird, wird seine Freude mit „Dusk Till Dawn“, „Your Saviour“, „Freak“ und „Sideshow“ haben. Den Tracks fehlt zwar allen, ausnahmslos dieses gewisse Etwas, dass sie von der breiten Masse abheben würde, doch es ist gutes Handwerk, das man gedankenlos auflegen kann.

Es wird viel probiert, mit verschiedensten Effekten geabreitet, aber zu klar erkennbar ist das Schema F, dem die Band zur Sicherheit brav folgt. Daran ändert auch das etwas unglücklich gewählte Intro zu „Sideshow“ nichts. Erst mit der zweiten Hälfte, eingeleitet durch das Zwei-Minuten-Intro „The Allmighty“, welches von seiner Stimmungslage mal so überhaupt nicht in das bisher gehörte passen will. Dass der Spaß trotzdem schön anzuhören ist und so was wie ein erkennbarer Übergang zu „Beauty After Midnight“ zu erkennen ist, nimmt nicht den verwirrenden Eindruck, den dieser Schritt hinterlässt. Das Lied wirft einen dann das letzte Mal in die rauchige Disco, bevor weiter brav neben den Gleisen gefahren wird.

„Emperor“ ist eine waschechte Ballade, die sich allzu großer Hektik und brutaler Lautstärke entledigt und auch irgendwie mehr das Prädikat gewollt, aber nicht so richtig gekonnt verdient. Es klingt alles nicht schlecht, doch es fehlt inzwischen die Bindung zueinander. Der Faden, der sich am Anfang zwar eintönig, aber zumindest vorhanden, durch das Album zog, hat sich gnadenlos aufgeteilt. Spätestens mit dem richtig schön gewöhnlichen Goth-Rocker „Mammoth“ sind wir an einer Haltestelle angekommen, die vorher gar nicht auf dem Fahrplan stand. Gut durchstrukturiert sieht anders aus und nach ziemlich genau 36 Minuten steht man doch ein wenig im Regen. Es hat phasenweise Spaß gemacht, man war verwirrt, man wurde stets unterhalten, letztendlich war das aber zu kurz und auch zu unausgereift. Zurück ans Zeichenbrett und das nächste Mal Finger weg von den Schablonen, dafür im Kopf mehr Konzept. Danke!

Anspieltipps:

  • Dusk Till Dawn
  • Mammoth
  • Emperor

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