Beyoncé - I Am... Sasha Fierce - Cover
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Beyoncé I Am... Sasha Fierce


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 64 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein richtig großer Wurf ist „I Am... Sasha Fierce“ trotz des Konzepts dahinter nicht.

Ein wenig überraschend ist es schon, dass Beyoncé Knowles (27) noch in diesem Jahr, quasi auf den letzten Drücker, ihr drittes Studioalbum „I Am... Sasha Fierce“ auf den Markt bringt. Gerechnet hatte man eigentlich mit einer Veröffentlichung im Frühjahr des kommenden Jahres. Doch einen garantierten Megaseller für das Weihnachtsgeschäft tut jeder Plattenfirma gut. Also raus mit dem Ding!

Dass es bei der Produktion in der Tat etwas schnell zugegangen sein muss, zeigt die auf den ersten Blick magere Ausbeute von „nur“ elf Songs. Doch Obacht! Die Deluxe-Ausgabe hat fünf zusätzliche Songs zu bieten. Also Augen auf beim CD-Kauf und lieber zwei Euro mehr investieren! Doch egal ob 11 oder 16 Tracks, sie verteilen sich grundsätzlich auf zwei CDs, was auf den ersten Blick keinen großen Sinn ergibt. Die Gesamtspielzeit aller Tracks schöpft nämlich noch nicht mal die Speicherkapazität einer einzigen CD voll aus. Der Grund für diese strikte Trennung liegt von dem her woanders.

Auf „I Am... Sasha Fierce“ schlüpft Beyoncé Knowles in die Rolle ihres Alter Ego, mit dem sie ihr Privatleben vom Showgeschäft abgrenzt. „I Am“ zeigt dabei die private Seite der Sängerin in Form von intimen Balladen und sanften Songs, während „Sasha Fierce“ mit poppigen Liedern und HipHop-Tracks die, ähem, Sau rauslässt. Ein – zugegeben – etwas schwaches Konzept, aber je nach Stimmungslage durchaus praktisch. Zudem hat „I Am... Sasha Fierce“ den Vorteil, dass darauf die R&B-Ursprünge von Beyoncé immer weiter aufgebrochen werden und neue Einflüsse aus Soul, HipHop, Pop und Folk dazukommen. Das führt zum Beispiel dazu, dass sich ein Song wie „Halo“ frech an der Schnittmenge aus Alicia Keys’ „No one“, Leona Lewis’ „Bleeding love“ und Rihannas „Umbrella“ bedient. Ein Charthit ist hier unumgänglich, ebenso wie bei der ersten Singleauskopplung „If I were a boy“, die sich sofort ins Ohr/Gedächtnis bohrt.

Ein richtig großer Wurf ist „I Am... Sasha Fierce“ trotz des Konzepts dahinter dennoch nicht. Und das, obwohl die Gesangsleistung von Beyoncé Knowles qualitativ außer Frage steht und mit Schwesterchen Solange, Babyface, Rodney Jerkins, Sean Garrett, Ryan Tedder und Stargate jede Menge Helfer zur Seite standen. Doch was nützt dies, wenn sich ein halbes Dutzend starker Songs mit 08/15-Tracks wie der R&B-Version von „Ave Maria“, „Satellites“, „That’s why you’re beautiful“ und „Single ladies“ (um nur einige Beispiele zu nennen) die Waage halten? Nicht viel!

Was lernen wir daraus? 1.) Beyoncés Konzept geht nicht wirklich auf. 2.) Hätte man sich mehr Zeit gelassen, wäre vielleicht noch der eine oder andere überdurchschnittliche Song hinzugekommen, aus dem man ein Klasse-Album mit zehn Songs hätte stricken können. So aber funktioniert weder die abgespeckte noch die 16-Track-Version von „I Am... Sasha Fierce“ richtig gut.

Anspieltipps:

  • Halo
  • Diva
  • Radio
  • Smash into you
  • If I were a boy
  • Broken-hearted girl

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