A Life, A Song, A Cigarette - Black Air - Cover
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A Life, A Song, A Cigarette Black Air


  • Label: Siluh Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Americana aus Österreich? Wie geht das denn? Stephan Stanzel (Gesang, Gitarre), Hannes Wirth (Gitarre), Martin Knobloch (Bass), Philip Karas (Keyboard, Akkordeon, Piano, Orgel), Daniel Grailach (Schlagzeug) und Lukas Lauermann (Cello) machen es vor und haben mit dem Debüt „Fresh kills landfill“ (01/2007) bereits Parallelen zu Bright Eyes & Co. gezogen und wollen mit „Black air“ ihren Siegeszug aus der Alpenrepublik heraus fortsetzen. Mit weiteren fünf Gastmusikern und produziert von Ken Stringfellow, der bereits Songs von R.E.M. zurecht rücken durfte, haut einen das schwierige zweite Album des Sechsers rein faktisch schon mal aus den Latschen, ist das schließlich ein ziemlich großer Aufwand für eine Band, die sich ihre Sporen im Rock´n´Roll-Zirkus der großen weiten Welt erst verdienen will.

Regelrecht bieder gestalten sich dann die eigentlichen Stücke, die zwar ausgereiftes Songwriting an den Tag legen, in den Schlüsselpassagen aber auf die sichere und von daher etwas langweilige Seite umschlagen, was meist durch simple Wiederholung oder „da da dam“-Phrasen erreicht wird. Damit raubt A Life, A Song, A Cigarette den Stücken die Spannung und lässt interessante Ideen im Äther verpuffen, welche „Black air“ zu einer netten, aber nicht zwingend herausragenden Platte machen. Songs wie „Truth“ mit ächzendem Cello, „Near“ mit Conor Oberst-Gedenkmelodie und zweistimmigem Gesang, sowie „Down“, das gut und gerne ein Nick Cave- oder Tom Waits-Cover sein könnte, sorgen für hoffnungsvolle Lichtblicke und zeigen, dass diese Band durchaus internationalen Anspruch versprüht.

Leider hat sich die Truppe mit der musikalischen Verwandtschaft zum Saddle Creek-Label keine Freude gemacht, da das restliche Material mit den Originalen bestenfalls auf gleicher Kniehöhe ist, obwohl „Black air“ bereits eine wesentlich optimistischere Stimmung aufweist als es beim Debüt der Fall war und dementsprechend versucht Distanz aufzubauen. Eines ist aber ganz sicher: Mit Album Nummer zwei haben die Österreicher trotz einer gewissen Enttäuschung ihr Pulver noch nicht komplett verschossen, sie müssen nur noch lernen es richtig einzusetzen und in eine kompaktere Form zu bringen. Der Wille scheint ja vorhanden zu sein.

Anspieltipps:

  • Near
  • Truth
  • Down

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