Q-Tip - The Renaissance - Cover
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Q-Tip The Renaissance


  • Label: Motown/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Q-Tip? Das sind doch diese Dinger, mit denen man sich in den Ohren herumbohrt. Richtig! Unter dem Pseudonym tritt aber auch ein gewisser Kamaal Ibn John Fareed als MC und Produzent auf. Bitte wer? Eben jener Q-Tip hieß bis zu seiner Konvertierung zum Islam Jonathan Davis und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der HipHop-Posse A Tribe Called Quest. Seit deren Auflösung vor zehn Jahren ist er vermehrt als Schauspieler, Produzent aber auch solo unterwegs.

Mit „The Renaissance“ steht nach neun Jahren ein neues Soloalbum des 38-Jährigen zum Verkauf bereit. Darauf geht er seinen ursprünglichen Weg konsequent weiter und vermeidet jegliche Ghetto/Gangsta/Dicke-Hose-Attitüden. Sein Stil ist nicht Hardcore, sondern im traditionellen Old-School-Rap angesiedelt. Q-Tip experimentiert mit Jazz- und Soul-Loops und lässt im Studio Instrumente live einspielen. Das ergibt einen sehr organischen Sound, an dem sich schon zu „A Tribe Called Quest“-Zeiten Acts wie Mos Def, Kanye West, Common, Talib Kweli und die Fugees orientiert haben. So liest sich die Feature-List auf „The Renaissance“ gänzlich anders als auf den üblichen HipHop-Alben dieser Tage. Mit D’Angelo, Amanda Diva, Raphael Saadiq und Nu-Jazz-Star Norah Jones (!) steuert Q-Tip mehr in die R&B-Richtung, was sich im Sound des Albums deutlich bemerkbar macht.

Äußerst entspannt und laid back tröpfeln die meisten der 12 Tracks aus den Boxen. Richtig aufs Tempo gedrückt wird nie. Nur in „Manwomanboogie“ und „Life is better“ kommt mal so etwas wie Partystimmung auf, wobei die Atmosphäre auch hier eher gediegen ist und die Party nicht auf dem Dancefloor, sondern in der Lounge einer Bar stattfindet. Schnell wird klar, dass es auf „The Renaissance“ nicht um die dicksten Beats und die abgefahrensten Raps geht. Q-Tip ist der Mann für Adult HipHop, der seine Berufung eher in Klangkollagen und obskuren Samples sieht. Ob das neun Jahre nach seinem letzten Soloalbum ausreichend ist, um alte Fans und Kollegen zu begeistern, lassen wir mal dahingesellt. Wer eine sanfte HipHop/Rap-Variante mit R&B-Schlagseite sucht, findet sie in „The Renaissance“ gewiss.

Anspieltipps:

  • Believe
  • Gettin’ up
  • Life is better
  • We fight/We love

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