Bison B.C. - Quiet Earth - Cover
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Bison B.C. Quiet Earth


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 44 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Da hat sich Metal Blade ja wieder ein paar Wahnsinnige geschnappt: Bison B.C. heißt das neueste Signing des amerikanischen Plattenlabels mit sekundärem Sitz im deutschen Eislingen und die versuchen mit ihrem Debüt gleich einmal die Doom/Stoner/Sludge-Gemeinde in ihren Grundfesten zu erschüttern, denn „Quiet earth“ ist alles andere als ein ruhiger Ausflug in die farbenprächtige Botanik weichgespülter Major-Acts, sondern viel mehr ein bitterböses Riffmonstrum, das in der Lage ist einen Häuserblock binnen Sekunden in Schutt und Asche zu legen. Gemäß der eigenen Maxime eine „Revolution mit Verneigung vor dem weißen Zauberer, dem König der Schweine und einem mythischen Biest namens „Stokasaurus“ (!!!) anzuzetteln, peitscht die aus Vancouver agierende Truppe mehr Volt aus ihren Äxten als die letzten Queens Of The Stone Age-Platten.

Kaum zu glauben, dass James Farwell (Gesang, Gitarre), Dan And (Gitarre), Masa Anzai (Bass) und Brad Mackinnon (Schlagzeug) früher mal eine Skate-Thrash-Band namens S.T.R.E.E.T.S. waren und in Vancouver die Halfpipes unsicher gemacht haben. Gut, gelegentlich scheinen noch zarte Thrash-Einflüsse durch, aber mit dem Genre, das Acts wie Slayer, Metallica, Kreator, Testament und ähnliche Kaliber hervorgebracht hat, haben Bison B.C. nur die Eier in der Hose gemeinsam. Den Verstärker stets im roten Bereich jagen die vier Kanadier nämlich mit einer Höllenwucht aus den Boxen, das es erst einmal einige Zeit braucht, bis sich die Gehörgänge auf den scheinbar nicht enden wollenden Wall aus harten Rock-Riffs im mal walzenden Doom- und dann wieder fetzigen Stoner Rock-Tempo einstellen.

Die gute Sache daran: Der Aufwand lohnt sich enorm! „Quiet earth“ verzeichnet in seiner kompletten Dreiviertelstunde nicht einen schwachen Song oder gar eine Passage, die fehl am Platz oder ausgelutscht klingt. Bison B.C. holen in ihren (trotz der einen oder anderen Überlänge) kompakten und atmosphärisch dichten Songs das Maximum aus ihren Instrumenten heraus, lassen durch stetigen Melodie- und Rhythmuswechsel (unbedingter Anspieltipp: „Wendigo Pt.2“ mit moshendem Punk-Teil) kaum etwas anbrennen und Sänger Farwell glänzt dazu mit seinem rau-aggressiven Organ, bis die Lautsprecher im heimischen Wohnzimmer in Flammen aufgehen und zu Staub zerfallen. Kurz vorher überlasst der Mikrophonschwinger in „Medication“ noch seinen Bandkollegen den Vortritt, die hier ein amtliches Instrumental aus dem Boden stampfen, während im Abschlusstrack kollektiv „Quiet earth“ gerufen wird und die Gitarren in den wortwörtlich höchsten Tönen ein lästiges, aber trotzdem geniales Feedback geben, denn schließlich haben wir es hier mit einer Truppe zu tun, die die Flagge des Rock´n´Roll stolz über ihren Häuptern kreisen lässt.

Keine Frage, hier ist die Platte, auf die man als Fan von Mastodon, Black Sabbath, Queens Of The Stone Age, Candlemass, Midian, Kyuss, Monster Magnet oder in ähnlichen Sphären abrockenden Bands nicht nur gewartet hat, sondern sich im Nachhinein den Tag im Kalender rot anstreicht. 8 Songs. 8 Knaller. Solche Alben sollte es wieder häufiger geben!

Anspieltipps:

  • Dark Towers
  • Wendigo Pt. 1
  • Wendigo Pt. 2
  • Primal Emptiness Of Outer Space

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