Frost - Experiments In Mass Appeal - Cover
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Frost Experiments In Mass Appeal


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Es ist das beste Album, das wir je gemacht haben.“ Nur zu gerne kündigen Bands ihre neuen Scheiben mit so überzeugten Sätzen an. Wie angenehm, dass Frost*-Mastermind Jem Godfrey sich mal eine andere Version ausgedacht hat: „Mein Ziel war es, kein zweites Milliontown zu machen.“ Super, also kein zweites von den Kritikern gefeiertes Album? Das ist ja Understatement pur. Obwohl das Debütalbum „Milliontown“ bezüglich des Gesangs von Godfrey wenig Lob erfahren hat. Die Kritik hat sich der Chef zu Herzen genommen und mit Dec Burke einen klassenbesseren Ersatz gefunden.

Also tatsächlich alles anders, so hofft Godfrey: „Kein Song auf Experiments In Mass Appeal klingt wie der andere und das mit voller Absicht.“ Tatsächlich kommt die Band dem Ziel nah, doch gewisse Eigenarten wiederholen sich auf fast jedem Track, so der etwas anstrengende Wechsel von extrem leisen zu genauso extrem lauten Passagen. Das beginnt beim Titeltrack und setzt sich bis auf wenige Ausnahmen (Ballade „Saline“ und Rockstück „Falling Down“) in schöner Regelmäßigkeit fort. Hin und wieder ein bisschen goldene Lautstärken-Mitte wäre auch ein Abwechslung gewesen.

Ansonsten kann man dem erfahrenen Produzenten Godfrey (Atomic Kitten, Ronan Keating, Blue) nicht vorwerfen, sein Handwerk nicht zu verstehen. Synthesizer werden eingesetzt, ohne dass sie plastisch oder kühl wirken, sondern den aggressiven, handgemachten Gitarrensound vorbildlich unterstützen. Sogar die Synthi-Streicher beim ruhigen „Saline“ bekommen keinen kitschigen Beigeschmack.

Ein wenig traurig wird der Hörer, dass „You/I“ schon zu Ende ist, bevor es angefangen hat und dass das vielversprechende „Wonderland“ gar keine versprochene 15 Minuten langer Titel ist, sondern sich durch eine Pause getrennt in zwei Songs aufsplittet. Aber das macht ja nichts, da dass Album so abwechslungsreich ist, lohnt es sich, nach den 57 Minuten gleich nochmal von vorne anzufangen und Neues zu entdecken, solange man einen Faible für viele Laut-Leise-Wechsel hat.

Anspieltipps:

  • Experiments In Mass Appeal
  • Falling Down
  • Wonderland

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