Holly McNarland - Chin Up Buttercup - Cover
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Holly McNarland Chin Up Buttercup


  • Label: Curve Music/ALIVE
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn der Albumtitel anderes vermuten lässt. Butterblume Holly McNarland hat zwar ihren Kopf oben, aber mit typisch zuckersüßem und radioweichgespültem Mädchen-Songwriting hat ihr mittlerweile fünftes Album „Chin Up Buttercup“ relativ wenig gemeinsam.

Während der letzten beiden Jahre bastelte McNarland in einem Studio in Vancouver an ihren neuen Songs. Dabei herausgekommen sind zwölf, zum Teil sehr rockige Popsongs, die von Beziehungsproblemen, dem Leben als Single-Mutter und der Suche nach der Liebe handeln. Und genau wie das ständige Auf und Ab des Alltags ist auch diese Platte keine homogene und vorhersehbare Angelegenheit. Das beginnt mit dem widerspenstigen und rauen Opener „So Cold“, streift semi-fröhlichen Pop auf „Dadada“, stösst mit „Dear Pain“ an wütend-rockende Akustikecken und endet in der bluesgetränkten Melancholie eines sprichwörtlichen „Sad Songs“. Auch wenn Sie es dem Hörer mit dieser musikalischen Berg und Tal Fahrt nicht gerade leicht macht. Genügend akustischen Raum für immer neue Entdeckungen eröffnet sie damit auf jeden Fall. Und zumindest der rockige Grundtenor der Platte zieht sich wie ein roter Faden durch die neuen Stücke.

„Fly“ gefällt nicht nur durch die ohnehin immer angenehme und klare Stimme McNarlands, sondern auch eine äußerst druckvolle Instrumentierung. Genau wie das aufgewühlte „Bye Bye Boy“, das opulent-treibende „Every Single Time“ oder das beinahe experimentelle „Memory Of Man“. Freunde der wohligen Mid-Tempo-Nummern kommen aber dennoch auch auf ihre Kosten. Ob das folkig-warme „Sweet Lazy“, das rosarot perlende „Mermaid“ oder die countryeske Ballade „The Waltz“. Hier werden dann auch die Bedürfnisse aller eher soften Musikliebhaber erfüllt, ohne jedoch an die Qualität der rockenden Passagen des Albums heranzureichen.

Mit „Chin Up Buttercup“ belegt die Kanadierin eindrucksvoll, dass man als Solokünstlerin auch andere Wege, als die kommerziellen und radiokompatiblen Pfade einer „Amy MacDonald“, „A Fine Frenzy“ oder „Dido“ beschreiten kann. Letztere Damen mögen zwar zweifelsohne bekannter sein. Aber den Kopf oben hat Holly McNarland trotzdem- und auch zu Recht.

Anspieltipps:

  • Fly
  • Every Single Time
  • Dear Pain
  • Sad Songs

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