Coronatus - Porta Obscura - Cover
Große Ansicht

Coronatus Porta Obscura


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 54 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ehrlicher Gothic Metal aus deutschen Landen mit englischen und deutschen Texten. So lässt sich die die Essenz der neuen Scheibe von Coronatus schnell auf den Punkt bringen. Zumal sich die Formation um die beiden Sängerinnen Carmen Schäfer und Ada Flechtner bei ihrem zweiten Album um erstaunliche Eigenständigkeit bemüht. Dabei werden vor allem zwei Probleme ähnlich ausgerichteter Bands weiträumig umschifft: zum einen verzichten Coronatus darauf, sich nur in ausgetretenen Gothic-Klischees zu erschöpfen, zum anderen hält man auch großteils eine erstaunliche Distanz zur melodischen Female-Fronted-Metal-Fraktion um Within Temptation und Konsorten.

Dafür sind die Kompositionen von Coronatus großteils deutlich zu sperrig und verzichten auf unnötig kalkuliert-poppiges Beiwerk. Zudem sorgt der Wechsel von deutschen und englischen Texten für einige Abwechslung und Widererkennungswert, während auch die Beschäftigung von zwei Sängerinnen durchaus Sinn hat: Klassisch ausgebildeter Gesang und rockige Bruststimme halten sich etwa die Wage, ohne dabei die bewährte Beauty & Beast Konstellation (Opernstimme vs Growls) bemühen zu müssen.

Das alles schön und gut – wenn da nicht die halbgare Produktion wäre. Zwar klingen Drums und Gitarre noch schön knallig, Orchestrationen und manche Chorpassagen wirken aber insgesamt leider viel zu sehr dem Synthesizer entsprungen. Da klang sogar die letzte Manowar noch eher nach Orchester. Besonders negativ fällt das beim Intro („Prologue“) auf, und wenn die orchestralen Anteile eine besonders dominante Rolle in der Komposition spielen („Am Kreuz“). Zugegeben – einer Band wie Coronatus stehen schlicht und ergreifend die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung, um ein echtes Orchester zu beschäftigen. Dennoch zeigen Keyboard-entsprungene Streicher anderer Formationen, dass das auch besser geht.

Das tut den durchgängig interessanten, melodiösen und vielseitigen Songs natürlich keinen Abbruch. Gerade für eine noch so junge Band (als solche erst seit 2004) ist die Hitdichte auf Porta Obscura wirklich beachtlich („Exitus“, „In Silence“, „Mein Herz“). Wenn das nächste Mal noch etwas mehr Geld für die Produktion übrig ist, dürfte einem neuen Stern am deutschen Melodic/Gothic Metal Himmel nichts mehr im Weg stehen.

Anspieltipps:

  • Exitus
  • In Silence
  • Mein Herz

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
8/10

The Rise Of Chaos
  • 2017    
8/10

Monuments
  • 2017    
7/10

Emperor Of Sand
  • 2017    
Diskutiere über „Coronatus“
comments powered by Disqus