Jacob Faurholt - Hurrah Hurrah - Cover
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Jacob Faurholt Hurrah Hurrah


  • Label: Quartermain/Broken Silence
  • Laufzeit: 31 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt Stimmen, die sind einfach nicht so ganz perfekt fürs Singen geeignet. Manche machen mit viel Gefühl leichte Schwächen wett, wie zum Beispiel Songwriter Damien Rice, manchmal ist es aber schlichtweg zu gravierend. Jacob Faurholt aus Dänemark ist so ein Fall. Vom ersten Ton aus dem Mund des Dänen überkommt den Hörer immer wieder das Gefühl, dass hier etwas nicht wirklich passt. Es erinnert ein wenig an gewisse Passagen von Neutral Milk Hotel, doch die vermochten mit tollen Melodien und viel Rock das Ganze immer wieder herauszureißen, von den verrückten Ideen wollen wir gar nicht erst anfangen. Was hat nun aber der Skandinavier mit der etwas schrägen Stimme zu bieten?

Gleich der minimalistische Eröffnungssong „Bombs“ macht auf die gewöhnungsbedürftige Stimme aufmerksam und auch wenn die Melodie liebreizend ist (oder gerade deshalb) will das Lied nicht richtig funktionieren. Vielleicht will Jacob verletzt wirken, vielleicht sensibel, dafür ist seine Stimme aber zu nasal. Überhaupt schaffen es die Songs nur mit dem Nötigsten zu funktionieren. Nehme man „Sing Little Bird“, welches mit Akustikgitarre und Klatschen funktioniert (und Jacobs Stimme) oder die verspielte Neutral-Milk-Hotel-Ode „Minds Of The Young“, welche mit verzerrter E-Gitarre aufwartet.

Das eigentliche Übergewicht haben aber die Akustikgitarren geleiteten Songs wie „Young Mothers“, „der Titeltrack oder auch das niedliche „Back Home“. Kein Wunder, dass Herr Faulholt trotz seiner Stimme in der Indie-Szene Dänemarks erfolgreich ist, denn das Gespür für schöne Melodien hat er ohne Frage. Mit dem Blick auf das gesamte Album macht sich aber gerade im Mittelteil ein wenig Eintönigkeit breit, was schade ist, wenn man bisher benannte Tracks und auch das kantige „Volcanoes“ betrachtet. Das Potenzial ist vorhanden und nur die Stimme und die fehlenden Ideen für ein ganzes Album verhindern, dass man den Dänen als ernsthafte Alternative zu den Großen betrachtet. So ist er nett für zwischendurch, vermag aber nicht auf voller Linie zu Punkten und bleibt so im Mittelmaß stecken.

Anspieltipps:

  • Volcanoes
  • Minds Of The Young
  • Hurrah Hurrah

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