Viktoriapark - Was Ist Schon 1 Jahr? - Cover
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Viktoriapark Was Ist Schon 1 Jahr?


  • Label: Vikram
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Was ist schon 1 Jahr?“, fragt die Berliner Indie-Pop-Gruppe Viktoriapark auf dem Cover ihres zweiten, Ende November 2008 veröffentlichten Albums – und man möchte ihr sofort Recht geben. Denn mit einem Blick auf den Kalender muss festgestellt werden, dass das Jahr fast vorbei ist. Dabei hat es doch gerade erst angefangen, oder nicht? Doch genug gejammert! Das Quartett aus der Bundeshauptstadt hat nämlich mit ganz anderen Zeit-Dimensionen zu kämpfen, gegen die W. Axl Rose mit seinem „Chinese Democracy“-Album ein kleines Licht ist. Aber was bei Axls Guns N’ Roses klappte, hat auch bei Viktoriapark hingehauen. Und das kam so:

Vor sage und schreibe zehn Jahren erschien mit „In Teufels Küche“ das Debütalbum von Viktoriapark auf dem Majorlabel Eastwest Records, das Susie Pinkawa (Gesang), „Der dünne Mann“ (Gesang, Gitarre), Berndorff Jr. (Bass) und Tomy Scholz (Drums) allerdings schneller fallen ließ, als sich die Band das jemals hätte träumen lassen. Ofen aus, Band getrennt. Habe fertig. Dann, Ende 2004 erwacht die Band zu neuem Leben. Sie nimmt neue Songs auf, schickt den EP-Vorboten „Kleines Orchester Hoffnung“ (12/2005) ins Rennen und ein weiteres Jahr später, im Dezember 2006, erscheint das Album „Was ist schon 1 Jahr?“ als liebevoll gestaltete Buch-CD im Eigenvertrieb über die Band-Homepage im Internet. Und weil Zeit nichts bedeutet, dauerte es noch mal zwei Jahre, bis das Werk endlich in digitaler Form und ganz regulär im freien Handel erhältlich ist.

Mehr als ein Jahr Aufnahmezeit steckt in den 13 Songs auf „Was ist schon 1 Jahr?“, für das Ben Lauber und der zweimal für den Echo nominierte Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic, Turbostaat) als Produzenten am Werk waren. Und der Aufwand hat sich in der Tat gelohnt, denn dieses Album ist ein Paradebeispiel für Popmusik zwischen Genie und Wahnsinn, bei der wunderschöne Melodien und dissonantes Indie-Geschrote ganz dicht beieinander liegen. Mit dieser Mischung aus, sagen wir mal, den frühen Cardigans (Gesang), Tom Waits (die eine oder andere exotische Instrumentierung) und Wir Sind Helden (die plakativen Texte), wird dem geneigten Durchschnittshörer durchaus etwas abverlangt. Aber der Einsatz rentiert sich, denn er wird mit herrlich schrägen Popsongs („Geht doch“ und „Langenscheidtbrücke“), Indie-Geschrammel („Erika“, „Aufregende neue Freundschaften“, „Ein letztes Mal“), wunderbar sentimentalen Nummern („Grau und ganz blass“, „Wenn es dunkel wird“) und coolen Rock-Hymnen („Beeil dich“) verwöhnt. Ganz klar, auf so etwas wartet man gerne. Denn: Was ist schon ein Jahr?

Anspieltipps:

  • Beeil dich
  • Geht doch
  • Wenn es dunkel wird
  • Grau und ganz blass
  • Langenscheidtbrücke

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